Riesenbärenklau:
Sicher erkennen und Verletzungen vermeiden
Rhein-Sieg-Kreis (an) – Das Amt für Umwelt- und Naturschutz des Rhein-Sieg-Kreises warnt jetzt im Frühling vor dem gefährlichen Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum).
Die Pflanze ist auch als Herkulesstaude bekannt und stammt ursprünglich aus dem Kaukasus. Seit dem 19. Jahrhundert hat sie sich in Mitteleuropa stark ausgebreitet und zählt heute zu den invasiven Arten, die heimische Ökosysteme stark beeinträchtigen können. Neben ökologischen Auswirkungen stellt der Riesenbärenklau vor allem für den Menschen ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko dar.

Rhein-Sieg-Kreis
Um gefährlichen Kontakt zu vermeiden, ist die sichere Bestimmung der Pflanze entscheidend. Typische Merkmale sind Wuchshöhen von bis zu vier Metern, große, weiße, schirmförmige Blütenstände (bis circa 50 Zentimeter Durchmesser), dicke, hohle Stängel mit rötlichen Flecken und borstigen Haaren und sehr große, tief eingeschnittene Blätter.
Trotz dieser auffälligen Eigenschaften kann es zu Verwechslungen mit anderen Doldenblütlern kommen. Eine sichere Identifikation ist daher besonders wichtig.
Der Pflanzensaft des Riesenbärenklaus enthält sogenannte Furocumarine. Diese führen in Verbindung mit Sonnenlicht zu phototoxischen Reaktionen der Haut, die schwere verbrennungsähnliche Verletzungen verursachen können. Diese phototoxischen Eigenschaften sind in der Pflanzenwelt kein Einzelfall. Auch einige einheimische Pflanzenarten können bei Hautkontakt und Sonneneinstrahlung ähnliche Reaktionen hervorrufen – in der Regel jedoch deutlich schwächer ausgeprägt.
Beim Riesenbärenklau ist die Konzentration dieser Stoffe jedoch besonders hoch, weshalb hier ein erhöhtes Risiko besteht. Wer die Pflanze sicher erkennt, kann direkten Kontakt mit dem Pflanzensaft gezielt vermeiden und so das Verletzungsrisiko erheblich reduzieren.
Kommt es doch zum Hautkontakt mit dem Pflanzensaft sollte schnell richtig reagiert werden: Die Haut muss sofort mit Wasser und Seife gereinigt werden. Betroffene Stellen müssen mindestens 48 Stunden lang vor Sonnenlicht geschützt werden. Dafür kann man gegebenenfalls eine geeignete Sonnencreme benutzen. Bei stärkeren Hautreaktionen muss ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Bei Arbeiten im Umfeld der Pflanze sollte grundsätzlich vollständige Schutzkleidung, einschließlich Handschuhen und Schutzbrille, getragen werden.
Der Rhein-Sieg-Kreis bekämpft den Riesenbärenklau gezielt auf ökologisch besonders wertvollen Flächen. Eine vollständige Eindämmung ist aufgrund der hohen Vermehrungsrate und Ausbreitungsfähigkeit der Pflanze jedoch nur begrenzt möglich. Daher ist die Unterstützung durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer von großer Bedeutung. Sie leisten einen wichtigen Beitrag, um die weitere Verbreitung einzudämmen und Risiken für Mensch und Natur zu verringern.
Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich über die jeweiligen Städte und Gemeinden oder über fabian.droppelmann@rhein-sieg-kreis.de beim Amt für Umwelt- und Naturschutz des Rhein-Sieg-Kreises über Möglichkeiten zur Mitarbeit informieren.
Rhein-Sieg-Kreis
Pressemitteilung Nr. 120 vom 29. April ’26 um 13:17 h




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