Fledermäuse

Fliegende Säugetiere im Rhein-Sieg-Kreis:
Die Fledermäuse

Rhein-Sieg-Kreis (we) – In Europa sind sie die einzigen fliegenden Säugetiere: Die Fledermäuse. Dank Echoortung finden sie sich in absoluter Dunkelheit bestens zurecht.

Eigentlich sind die kleinen pelzigen Flugexperten nachtaktiv, aber in diesen Tagen kann man die unter strengem Artenschutz stehenden Tierchen auch tagsüber sehen. Der Hunger treibt vor allem die kleinen Arten – wie zum Beispiel die Zwergfledermaus – derzeit umher. Aufgrund des zu trockenen Sommers gibt es zu wenige Mücken, so dass sie mehr Stunden als sonst zur Nahrungssuche benötigen.

Es ist kaum vorstellbar, dass die zierlichen Tiere normalerweise in einer erfolgreichen Jagdnacht bis zur Hälfte ihres eigenen Körpergewichts an Insekten vertilgen.

Mit einer Körperlänge von 33 bis 51 mm ist die Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) die kleinste heimische Fledermausart. Sie erreicht ein Gewicht von drei bis acht Gramm und eine Spannweite von 180 bis 230 mm. Sie ist im Flug ungefähr so groß wie ein Zaunkönig.
Foto: Christian Giese

Im Rhein-Sieg-Kreis sind derzeit 15 Fledermausarten heimisch. Die einzelnen Arten unterscheidet man danach, welche Quartiere sie im Sommer bevorzugen. Baumfledermäuse leben in verlassenen Spechthöhlen, hinter losen Rinden oder in anderen Hohlräumen der Bäume. Die Hausfledermäuse dagegen halten sich in Siedlungsgebieten auf Speichern, hinter Fassadenverkleidungen, in Mauerspalten oder Mauerhohlräumen auf.

Wer zum Schutz der heimischen Fledermäuse beitragen möchte, sollte der Kreisverwaltung bekannte Populationen melden. Aber jede und jeder Einzelne kann noch mehr tun. „Wichtig ist zum Beispiel, dass sich alle an die Regelungen des Bundesnaturschutzgesetzes halten. Dazu gehört, dass es vom 1. Oktober bis zum 31. März verboten ist, Höhlen, Erdkeller, Stollen und ähnliche Räume, die den kleinen Säugetieren als Winterdomizil dienen, aufzusuchen“, erklärt Rainer Kötterheinrich, Leiter des Amtes für Umwelt- und Naturschutz des Rhein-Sieg-Kreises.  Werden die Tiere im Winterquartier gestört, hat das nämlich fatale Folgen: Einmal geweckt, braucht der Stoffwechsel bis zu einer halben Stunde, bis die Fledermaus wach ist! Und bis sie wieder eingeschlafen ist, hat sie viel Energie verbraucht. Energie, die zum Ende des Winterschlafes vielleicht fehlt.

Der Herbst bietet sich an, um die Frühjahrs- und Sommerquartiere einiger Fledermäuse, die Dachstühle, zu sanieren. Und wenn man schon mal dabei ist, könnte das Dach auch mit speziellen siebfreien Lüftungsziegeln geöffnet und Fledermaushilfen angebracht werden. Eine weitere Möglichkeit sind sogenannte Fledermaussteine, die in die Dämmung eingebaut werden können.

Nähere Auskünfte rund um das Thema Fledermäuse erteilen gerne die Fachleute am Umwelttelefon des Rhein-Sieg-Kreises unter der Rufnummer 02241/13-2200.


Pressestelle des Rhein-Sieg-Kreises

Pressemitteilung vom 16. Oktober 2019, 11:40 h

Ein Kommentar

  1. Habe mit großem Interesse die Information über die Fledermaus gelesen.
    Wir beobachten seit längerer Zeit mit großer Regelmäßigkeit bei Eintritt der Dunkelheit Fledermäuse in unserem Wohnbereich (Troisdorf-Gartenstadt Eschmar)

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