A cappella hoch drei

A cappella hoch drei

Begeisterndes Konzert in der Lukaskirche in Spich


Ein außergewöhnlicher Konzertabend lockte rund 150 Besucherinnen und Besucher in die evangelische Lukaskirche in Spich. Unter dem Motto „A cappella hoch 3“ hatte das Troisdorfer Quartett wideCantho zwei weitere Ensembles eingeladen – Quattro Voci aus Rösrath und das finnisch-internationale Quartett 3vs1. Was die drei Gruppen verbindet, ist ihre Leidenschaft für den Gesang ohne Instrumente. Doch Sound, Stil und Repertoire ist durchaus unterschiedlich. So entstand ein abwechslungsreicher Konzertabend zwischen Pop und Jazz, Barbershop-Tradition, Balladen, Evergreens und humorvollen Partysongs – getragen von elf Stimmen. Die moderne Lukaskirche erwies sich dabei als idealer Konzertraum: klarer Klang, unmittelbare Nähe zum Publikum und eine Atmosphäre, die konzentriertes Zuhören ebenso zuließ wie spontane Begeisterung.

Gastgeber wideCantho eröffnet den Abend

Den Auftakt gestaltete das gastgebende Quartett wideCantho, ein noch junges Ensemble aus dem Köln-Bonner Raum, gegründet im November 2024, in der Besetzung: Wiebke Scheib – Sopran, Detlef Höhmann – Tenor, Andreas Heine – Bass, Thorsten Eckardt – Alt. Alle vier Sängerinnen und Sänger verbindet die Freude an einem breit gefächerten Repertoire aus mehreren Jahrzehnten, das von jazzig-beschwingten Titeln über humorvolle Nummern bis zu tiefgründigen Balladen reicht – teils in eigenen Arrangements.

Mit „Das Aktuelle Sportstudio“ startete das Quartett ins Programm, bevor mit „Il Canto Wide“ ihre musikalische „Visitenkarte“ folgte. Klassiker wie „Fly Me To The Moon“, die Chicago-Ballade „Hard To Say I’m Sorry“ oder das gefühlvolle „Mad World“ zeigten die stilistische Bandbreite des Ensembles. Persönlich wurde es bei „Cornwall My Home“, einer musikalischen Erinnerung an einen Wanderurlaub von Thorsten Eckardt. Besonders intensiv gerieten auch „Ich seh’ dich“ von Oliver Gies und die 80er-Ballade „Solang’ man Träume noch leben kann“. Mit dem humorvollen „Wer hat an der Uhr gedreht?“ und als Zugabe Stings nachdenklichem „Fragile“ endete der erste Programmblock – ein vielseitiger Einstieg, bei dem alle vier Mitglieder abwechselnd moderierten und Einblicke in die Geschichten hinter den Liedern gaben.

Internationale Barbershop-Klänge mit 3vs1

Der zweite Konzertteil brachte internationale Farben nach Troisdorf: 3vs1, ein gemischtes Quartett mit Heimatbasis im finnischen Tampere, in der Besetzung: Monia Sommer – Tenor, Heljä-Mari Veijonen – Lead, Selma Zschornack – Bariton, Lukas Kallenbach – Bass. Die Gruppe vertrat Finnland am selben Wochenende bei den World Mixed Barbershop Championships in der Historischen Stadthalle Wuppertal. Veranstaltet wurde der Wettbewerb vom deutschen Verband BinG! Barbershop Deutschland. Entstanden ist das Ensemble 2024 – bei einem Karaoke-Abend, einer in Finnland beliebten Tradition. Die Sängerinnen und Sänger haben finnische, deutsche und französische Wurzeln. 

2. Programmteil mit 3vs1 aus Finnland.
Foto: Anita Brandtstäter

Musikalisch setzte das Quartett auf energetische Pop-Arrangements und Wettbewerbstitel: Mit Rick Astleys Klassiker „Never Gonna Give You Up“ starteten sie schwungvoll. Es folgten die Disney-Songs „How Far I’ll Go“ und „Let It Go“ aus dem Film „Frozen“ – das war auch ein Wettbewerbsstück . Bei ABBAs „Dancing Queen“ sprang der Funke endgültig über, und mit „Winter Wonderland“ brachten sie den Schnee aus Finnland ins Rheinland an diesem frühlingshaften Nachmittag. Als Zugabe präsentierte das Quartett den Backstreet-Boys-Hit „I Want It That Way“, ebenfalls ein Wettbewerbssong. Die Mischung aus Präzision, Bühnenpräsenz und humorvollen Moderationen kam beim Publikum hervorragend an. 

Quattro Voci: Männerstimmen mit dichter Harmonie

Den dritten Programmblock gestaltete das Männerquartett Quattro Voci aus der Region zwischen Rhein und Mosel, in der Besetzung: Thorsten Eckardt – Tenor, Helmut Alba – Lead, Lukas Flügel – Bariton, Felix Eschment – Bass. Das Ensemble liebt anspruchsvolle Arrangements mit dicht gesetzten Harmonien – ein Markenzeichen der Barbershop-Tradition. Stilistisch bewegten sich die Sänger souverän zwischen Jazz, Swing, Country, Pop, Gospel und Balladen.

Schon mit „Sweet And Lovely“ und „Almost Like Being In Love“ zeigten sie ihr Gespür für Swing und klassische Close-Harmony-Klänge. Berührend geriet „Lost In The Stars“, während „Girls Girls Girls“ und „Motorbiene“ mit Humor und Charme überzeugten und bei allen gute Laune erzeugten. Beim kölschen Lied „Kölle, du uns Stadt am Rhing“ kam ein Stück rheinische Heimat in den Kirchenraum, obwohl keiner der Sänger Kölner ist. Auch hier wurden Zugaben gefordert: Spirituell wurde es schließlich mit dem „Irish Blessing“, bevor das Wise-Guys-Arrangement „Dance“ einen energiegeladenen Abschluss des Programms bildete.

Standing Ovations und gemeinsamer Schluss

Der emotionale Höhepunkt folgte zum Schluss: Alle elf Stimmen versammelten sich vor dem Altar und sangen gemeinsam den Klassiker „Country Roads“ von John Denver. Verbunden war das mit einem augenzwinkernden Wunsch von Thorsten Eckardt, der sowohl bei wideCantho als auch bei Quattro Voci singt und den Abend außerdem eröffnet hatte: gute Heimfahrt auf den „Country Roads“ Europas.

Mit Standing Ovations endete ein Konzert, das eindrucksvoll zeigte, wie vielfältig A-cappella-Musik sein kann – lokal verwurzelt, international vernetzt und getragen von der wohl ursprünglichsten Form des Musizierens: der menschlichen Stimme.


Anita Brandtstäter 
Pressemitteilung vom 19. März ’26 um 23:51 h

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