GRÜNE Troisdorf:
Sozialarbeit für Suchtkranke in der Innenstadt erhalten und stärken
Alkoholverbot in der Fußgängerzone ist nur eine Scheinlösung
Vor dem Hintergrund des von der CDU initiierten Bürgerbegehrens für ein Alkoholverbot in der Troisdorfer Fußgängerzone haben die Co-Fraktionsvorsitzende Ulrike Tesch und das Sozialausschuss-Mitglied Markus Schlüter sich ausführlich dort informiert, wo schon seit Jahren mit den Suchtkranken gearbeitet wird, im Café Koko, in der Fußgängerzone und in der kleinen Grünanlage an der Kuttgasse. Getragen werden die Einrichtungen von der Diakonie an Rhein und Sieg, finanziert vom Rhein-Sieg-Kreis und in Teilen von der Stadt Troisdorf.
Die Co-Fraktionsvorsitzende Ulrike Tesch zieht eine erste Bilanz nach den Gesprächen: „Die sinnvollen und wichtigen Angebote für Suchtkranke stehen auf dem Prüfstand, auch die aufsuchende Sozialarbeit, die maßgeblich von der Stadt Troisdorf finanziert wird, ist gefährdet. Die Zahlen sprechen jedoch eine klare Sprache: Das Streetwork erreicht mit etwa 150 bis 180 Personen in weitaus größerem Umfang Menschen, als ein bloßes stationäres Angebot dies könnte. Wir müssen erkennen, dass der mühsame Aufbau von Vertrauen und tragfähigen Beziehungen zwischen den Betroffenen und den Sozialarbeitern Zeit braucht – dieser Prozess ist im Café Koko gelungen. Ein ersatzloser Wegfall des Streetworks oder gar eine noch stärkere Einschränkung der Suchthilfe wäre ein gefährlicher Rückschritt.“
Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen berichten aus ihrer täglichen Praxis, dass auffälliges Verhalten in der Fußgängerzone in den letzten vier Jahren deutlich zurückgegangen ist, weil die Betroffenen durch Angebote wie den Aufenthaltsort an der Kuttgasse oder den Außenbereich des Café Koko einen geschützten Raum haben.
Markus Schlüter resümiert: “Wenn wir diese Strukturen kappen, riskieren wir nicht nur eine verstärkte Rückkehr unangemessener Verhaltensweisen in der Innenstadt, sondern produzieren eine Verdrängung, die am Ende nur durch eine härtere Gangart des Ordnungsamtes gelöst würde. Das ist keine nachhaltige Lösung, sondern bloße Symptombekämpfung.“
Die Betreuung bei der Entgiftung, Therapie oder Wohnungsvermittlung ist der einzige Weg aus der Abhängigkeit. Zudem braucht es eine bessere regionale Versorgung: Es muss dringend geprüft werden, ob neben Troisdorf weitere Substitutionspraxen – etwa in Hennef oder Eitorf – geschaffen werden können. Die Troisdorfer GRÜNEN setzen sich dafür ein, dass Stadt und Kreis die Finanzierung der aufsuchenden Arbeit langfristig und verlässlich sichern, damit soziale Arbeit die Priorität behält und nicht einer repressiven Ordnungspolitik weicht.
Grüne – Troisdorf
Pressemitteilung vom 19. Oktober ’26 um 11:37 h






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