Schwimmen lernen darf keine Frage des Wohnorts sein
Rhein-Sieg-Kreis, 25. Juni 2026 – Die Zahlen zur Schwimmfähigkeit von Kindern verbessern sich zwar im Vergleich zu den vergangenen Jahren leicht, trotzdem bleibt die Situation alarmierend. Fast jedes zweite Kind in der zweiten Klasse kann noch nicht sicher schwimmen. Und auch am Ende der Grundschule besteht weiter Handlungsbedarf: Rund jedes fünfte Kind verlässt die Grundschule ohne ausreichende Schwimmfähigkeit. Die Ergebnisse der sportmotorischen Testungen an Grundschulen im Rhein-Sieg-Kreis zeigen deutlich, dass es weitere Maßnahmen braucht.
„Dass sich die Werte etwas verbessern, ist ein positives Signal. Aber wir können uns nicht damit zufriedengeben, dass so viele Kinder grundlegende Schwimmkenntnisse fehlen. Gerade bei heißen Sommertagen und zunehmenden Aufenthalten am Wasser ist Schwimmen eine wichtige Sicherheitskompetenz“, erklärt Otis Henkel, sportpolitischer Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion Rhein-Sieg.
Andere Regionen zeigen, dass bessere Ergebnisse möglich sind. Städte wie Hamburg oder Braunschweig erreichen höhere Werte. Die SPD-Kreistagsfraktion fordert deshalb, den Austausch mit erfolgreichen Kommunen zu suchen und daraus konkrete Maßnahmen für den Rhein-Sieg-Kreis abzuleiten.
„Wir müssen schauen, welche Konzepte dort funktionieren und wie Schulen, Schwimmbäder, Vereine und Kommunen besser zusammenarbeiten können. Gerade Kommunen ohne eigenes Schwimmbad brauchen mehr Unterstützung“, so Henkel.
Die SPD warnt zugleich davor, angesichts der angespannten Finanzlage der Kommunen beim Sport und insbesondere bei der Schwimmförderung zu sparen. „Finanznot darf nicht dazu führen, dass Kinder weniger Chancen bekommen. Wir brauchen gemeinsame Lösungen statt Kürzungen. Die Schwimmfähigkeit darf nicht davon abhängen, in welcher Kommune ein Kind lebt“, betont Henkel.
Dabei müssen aus Sicht der SPD auch Kinder erreicht werden, die bisher wenig Zugang zu Sportangeboten haben. Dafür braucht es eine gezielte Zusammenarbeit mit Schulen, Jugendhilfe, Streetwork und sozialen Einrichtungen, insbesondere dort, wo Familien durch klassische Angebote schwerer erreicht werden. Auch das Projekt „Starthilfe“ des Kreissportbundes Rhein-Sieg und des Rhein-Sieg-Kreises sollte weiterentwickelt werden. Bisher profitieren davon vor allem Sportarten wie Fußball oder Judo. Die SPD fordert, künftig auch Schwimmvereine und auch die DLRG stärker einzubinden.
„Die Starthilfe zeigt, wie wichtig Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen sind. Dieses Modell müssen wir auch für die Schwimmförderung nutzen, damit gerade Kinder mit weniger Chancen nicht abgehängt werden“, erklärt Henkel. Die SPD-Kreistagsfraktion fordert deshalb ein gemeinsames Vorgehen von Kreis, Kommunen, Schulen, Schwimmbädern, Vereinen und Jugendhilfe, damit jedes Kind im Rhein-Sieg-Kreis sicher schwimmen lernen kann.
SPD – Rhein-Sieg
Pressemitteilung vom 25. Juni ’26 um 12:17 h



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