Melanbogenbrücke:
Erst große Versprechen, jetzt dürfen nicht einmal mehr Busse fahren
SPD-Landtagskandidat Nico Novacek kritisiert jahrelange Verzögerungen beim Neubau und fordert Antworten von der Landesregierung und den Landtagsabgeordneten.
TROISDORF/SANKT AUGUSTIN – Seit fast 20 Jahren ist die Melanbogenbrücke zwischen Troisdorf und Sankt Augustin für schwere Fahrzeuge gesperrt. Ein Ersatzneubau wird seit Jahren geplant. Doch statt einer neuen Brücke gibt es nun die nächste Einschränkung: Seit Heute dürfen wegen gravierender Schäden am Bauwerk auch Linienbusse die Siegquerung nicht mehr passieren. Für den Troisdorfer Stadtverordneten und SPD-Landtagskandidaten Nico Novacek ist das Anlass, die bisherigen Planungen und politischen Ankündigungen kritisch zu hinterfragen.

„Seit fast 20 Jahren wissen wir, dass diese Brücke ein Problem hat. Es gab Ankündigungen, Planungen und politische Erfolgsmeldungen. Gebaut wurde bis heute nichts. Stattdessen sind wir inzwischen an dem Punkt angekommen, an dem nicht einmal mehr Linienbusse über die Brücke fahren können. Wie lange soll das eigentlich noch so weitergehen?“, fragt Novacek.
Die Melanbogenbrücke verbindet Troisdorf-Friedrich-Wilhelms-Hütte mit Sankt Augustin-Menden und ist eine wichtige Verkehrsverbindung zwischen beiden Städten. Bereits 2006 wurde die Brücke für Fahrzeuge über 14 Tonnen gesperrt. Mit der nun angeordneten Beschränkung auf 3,5 Tonnen ist erstmals auch der reguläre Linienbusverkehr betroffen. Die Linie 508 muss umgeleitet werden.
Besonders kritisch sieht Novacek die Diskrepanz zwischen früheren politischen Ankündigungen und dem heutigen Zustand. Im Dezember 2021 hatte die CDU-Landtagsabgeordnete Katharina Gebauer unter der Überschrift „Melanbogenbrücke wird endlich angepackt“ Fortschritte beim geplanten Ersatzneubau öffentlich begrüßt. Damals stand ein möglicher Baubeginn im Jahr 2025 im Raum. Inzwischen wird sogar über einen Baubeginn erst im Jahr 2031 gesprochen.
„2021 wurde noch verkündet, dass die Brücke endlich angepackt wird. Fünf Jahre später ist kein Neubau in Sicht und die bestehende Brücke wird immer weiter eingeschränkt. Da darf man schon fragen, was aus den damaligen Versprechen geworden ist. Ich erwarte gerade von den Landtagsabgeordneten unserer Region, dass sie offenlegen, was sie seitdem konkret für eine Beschleunigung erreicht haben“, erklärt Novacek.
Dabei gehe es nicht darum, die notwendige Sperrung infrage zu stellen. Wenn die Sicherheit des Bauwerks nicht mehr gewährleistet werden könne, müsse gehandelt werden. Die eigentliche Frage sei jedoch, warum der Ersatzneubau trotz des seit Jahrzehnten bekannten Handlungsbedarfs noch immer nicht begonnen habe.
„Für die Menschen, die täglich zwischen Troisdorf und Sankt Augustin unterwegs sind, ist es völlig egal, wer wann welche Planung angekündigt hat. Sie wollen eine sichere Brücke und einen Bus, der zuverlässig fährt. Das ist keine überzogene Erwartung, sondern sollte in Nordrhein-Westfalen selbstverständlich sein.“
Novacek fordert NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer deshalb auf, kurzfristig Klarheit über den weiteren Zeitplan zu schaffen. Insbesondere müsse das Land darlegen, wann endlich das Baurecht für den Abriss der alten und die Errichtung der neuen Brücke sowie die infolge der Verzögerungen immer teurer werdende Finanzierung sichergestellt sein werden. Auch mögliche Beschleunigungsmaßnahmen und kurzfristige Lösungen für den betroffenen Busverkehr müssten geprüft werden.
„Ich möchte wissen, was das Land jetzt konkret unternimmt, damit aus der aktuellen Sperrung nicht die nächste jahrelange Hängepartie wird. Und ich möchte wissen, warum eine Brücke, deren schlechter Zustand seit so langer Zeit bekannt ist, noch immer auf ihren Ersatz wartet.“
Für Novacek ist die Melanbogenbrücke zugleich ein Beispiel dafür, wie wichtig eine verlässliche Infrastrukturpolitik für die Region ist.
„Wir können nicht auf der einen Seite für einen attraktiven öffentlichen Nahverkehr werben und auf der anderen Seite zusehen, wie wichtige Busverbindungen wegen maroder Infrastruktur eingeschränkt werden. Unsere Region wächst, die Verkehrsbelastung nimmt zu und die Menschen sind auf funktionierende Verbindungen angewiesen. Deshalb braucht es jetzt keine weiteren Erfolgsmeldungen, sondern einen nachvollziehbaren Zeitplan und konkrete Fortschritte.“
SPD – Rhein-Sieg
Pressemitteilung vom 15. Oktober ’26 um 13:40 h






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