„Ich hoffe, dass ich wieder zurückkommen kann“:
Josefines BFD im Sozialpsychiatrischen Zentrum Troisdorf
Eigentlich wollte Josefine Rott nach ihrem Abitur auf eine Pferde-Ranch in Kanada. Stattdessen entschied sich die 20-Jährige für einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) im Sozialpsychiatrischen Zentrum (SPZ) der Diakonie An Sieg und Rhein. Das Jahr ist fast vorbei und heute weiß sie: Der Freiwilligendienst hat ihr nicht nur neue Erfahrungen, sondern auch eine berufliche Perspektive eröffnet. Im Oktober beginnt sie eine Ausbildung zur Ergotherapeutin.

Quelle: Lisa Heuser/Diakonie An Sieg und Rhein
Vor ihrem Einsatz im SPZ hatte die junge Siegburgerin kaum Berührungspunkte mit psychischen Erkrankungen. Umso mehr war sie überrascht: „Ich wurde vom ersten Tag an als Teil des Teams aufgenommen. Ich durfte eigene Ideen einbringen, Verantwortung übernehmen und in ganz unterschiedliche Bereiche hineinschauen. Dafür bin ich sehr dankbar.“
Den größten Teil ihres Jahres verbrachte Josefine in der Tagesstätte des SPZ. Dort treffen sich Menschen mit psychischen Erkrankungen regelmäßig, um ihren Alltag gemeinsam zu gestalten und soziale Kontakte zu pflegen. Gemeinsam mit den Besucher*innen bereitete sie das Frühstück vor, plante Tagestouren, organisierte ein Kinoangebot oder begleitete Menschen beim Einkaufen. Als ausgebildete Rettungsschwimmerin unterstützte sie Ausflüge ins Schwimmbad.
Neben der Tagesstätte arbeitete Josefine auch mit einer Seniorengruppe für Menschen mit Demenz. Dort half sie bei Spielen, Bewegungsangeboten und kreativen Aktionen. „Wenn alte Schlager laufen, wird mitgesungen, gelacht und manchmal sogar getanzt. Diese Freude steckt einfach an“, erzählt sie. Besonders schätzte sie, dass sie auch dort eigene Ideen einbringen und Angebote mitgestalten konnte. „Ich hatte das Gefühl, dass meine Meinung zählt.“
Auch persönlich hat Josefine in diesem Jahr viel gelernt. „Ich dachte immer, ich wäre ein geduldiger Mensch. Hier habe ich gelernt, wirklich Stille auszuhalten, Menschen Zeit zu geben und nicht sofort Lösungen vorzugeben. Das nehme ich mit. Heute atme ich erst einmal durch, setze mich dazu und lasse auf mich zukommen, was entsteht.“ Besonders geprägt habe sie außerdem die wertschätzende Atmosphäre im SPZ. „Hier wird jeder Mensch so angenommen, wie er ist. Diese Haltung spürt man im Team genauso wie im Umgang mit den Besucher*innen.“
Lange wusste Josefine nicht, welchen Beruf sie einmal erlernen wollte. Erst die Einblicke ins SPZ und Gespräche mit einer Kollegin, die selbst Ergotherapeutin ist, brachten sie auf die Idee, diesen Weg einzuschlagen. „Ohne den BFD wäre ich wahrscheinlich nie auf die Ergotherapie gekommen“, sagt sie. Für ihre Zukunft hat sie einen klaren Wunsch: „Ich hoffe, dass ich nach meiner Ausbildung wieder ins SPZ zurückkommen kann.“
Wer sich ebenfalls für einen Bundesfreiwilligendienst im Sozialpsychiatrischen Zentrum interessiert, kann sich bereits jetzt für den nächsten Jahrgang ab August 2027 informieren. Auskünfte erteilt das SPZ per E-Mail an spz@diakonie-sieg-rhein.de oder telefonisch unter 02241 2680 500.
Evangelischer Kirchenkreis An Sieg und Rhein
Pressemitteilung vom 15. Juli ’26 um 08:55 h




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