NGG Köln fordert abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren
5.250 Beschäftigte gehen im Rhein-Sieg-Kreis pro Jahr in Rente
In den kommenden Jahren werden im Rhein-Sieg-Kreis im Schnitt rund 5.250 Beschäftigte pro Jahr in Rente gehen. Bis zum Jahr 2035 werden dann insgesamt rund 156.400 Menschen im Ruhestand sein. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hingewiesen. Die NGG-Region Köln bezieht sich dabei auf Berechnungen des Pestel-Instituts.

Für alle, die künftig in den Ruhestand gehen, will die Gewerkschaft eines erreichen: die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren. Die geplante Rentenreform der Bundesregierung sorgt nach Beobachtung der NGG Köln für erhebliche Verunsicherung. Vor allem Beschäftigte, die kurz vor dem Erreichen der 45 Beitragsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung stehen oder diese bereits erfüllt haben, blickten mit Sorge auf die Pläne. „Sie befürchten deutliche Abschläge und damit spürbare Einbußen bei ihrer Rente, wenn sie jetzt aus dem Berufsleben ausscheiden wollen“, sagt der Geschäftsführer der NGG-Region Köln, Marc Kissinger.
Wer früh ins Berufsleben startet, dürfe dafür nicht bestraft werden. „Entgegen einem weit verbreiteten Eindruck sind viele Menschen mit langen Erwerbsbiografien keine Spitzenverdiener. Sie sind auf eine verlässliche und ungekürzte gesetzliche Rente angewiesen. Das gilt für die Menschen in der Lebensmittelproduktion ebenso wie die Beschäftigten in Bäckereien, Kantinen und Restaurants im Rhein-Sieg-Kreis“, so Kissinger.
Die NGG warnt die Bundesregierung davor, bei der geplanten Rentenreform die Lebensleistung langjährig Versicherter aus dem Blick zu verlieren. Denn das betreffe viele: Unter den gut 1,1 Millionen Männern, die Ende des vergangenen Jahres in Nordrhein-Westfalen eine gesetzliche Altersrente bezogen haben, sind nach Angaben der Gewerkschaft immerhin rund 464.600 Beschäftigte gewesen, die 45 Jahre oder länger in die Rentenkasse eingezahlt haben. Unter den rund 1,6 Millionen Frauen waren es rund 182.200. Die NGG-Region Köln beruft sich dabei auf Angaben der Deutschen Rentenversicherung (DRV).
Die Gewerkschaft appelliert an CDU/CSU und SPD, die Rentenreform sozial auszugestalten. Mit Ablehnung reagiert die Gewerkschaft NGG dabei auf eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters. Sie fordert die Bundesregierung auf, darauf zu verzichten: „Es wird dabei immer wieder auf eine steigende Lebenserwartung verwiesen. Doch wer körperlich belastend arbeitet, kann nicht beliebig länger arbeiten“, warnt Kissinger. Für diese Beschäftigten sei die Erhöhung des Renteneintrittsalters nichts anderes als eine Rentenkürzung durch die Hintertür.
Kritisch sieht die Gewerkschaft zudem die geplante Kapitalrente. Die gesetzliche Rente müsse verlässlich bleiben und dürfe nicht von den Risiken der Finanzmärkte abhängen. Zudem spricht sich die NGG dafür aus, das Rentenniveau weiterhin an die Lohnentwicklung zu koppeln.
NGG-Region Köln
Pressemitteilung vom 29. Oktober ’26 um 09:56 h





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