SPD kritisiert Zögern bei Wohnberatung:
Ausschuss beschließt nur Prüfauftrag – Finanzierung bleibt offen
Die Zukunft der Wohnberatung im Rhein-Sieg-Kreis bleibt weiter unklar. In der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Integration und Inklusion wurde der Antrag der SPD-Kreistagsfraktion zur dauerhaften Sicherung des Angebots abgelehnt. Stattdessen verständigte sich die schwarz-grüne Mehrheit lediglich auf einen Prüfauftrag.
Die Wohnberatung unterstützt ältere Menschen, Menschen mit Pflegebedarf sowie Menschen mit Behinderung dabei, ihre Wohnungen so anzupassen, dass sie möglichst lange selbstbestimmt im eigenen Zuhause leben können. Damit stärkt sie den Grundsatz „ambulant vor stationär“, entlastet Angehörige und kann stationäre Pflege häufig vermeiden oder zumindest deutlich hinauszögern.
Die SPD hatte im Vorfeld versucht, gemeinsam mit CDU und Bündnis 90/Die Grünen einen gemeinsamen Antrag zur Sicherung der Wohnberatung zu erarbeiten. Ein entsprechender Vorschlag der Sozialdemokraten blieb jedoch ohne Resonanz.
Katja Ruiters, Vorsitzende des Ausschusses für Soziales, Integration und Inklusion, betont die Bedeutung des Angebots:
„Die Wohnberatung ist ein wichtiger Baustein unserer Pflegeinfrastruktur. Wenn wir wollen, dass Menschen möglichst lange selbstbestimmt zu Hause leben können, müssen wir dieses Angebot auch verlässlich sichern.“
Der nun beschlossene Prüfauftrag sieht unter anderem vor, nach einem möglichen neuen Träger zu suchen. Aus Sicht der SPD greift dieser Ansatz jedoch zu kurz, da damit die zentrale Frage der Finanzierung weiterhin unbeantwortet bleibt.
Thangeetha Gunapalasingam, Sprecherin der SPD-Fraktion im Sozialausschuss, erklärt:
„Die Suche nach einem neuen Träger löst das eigentliche Problem nicht. Ohne eine verlässliche Finanzierung wird auch ein anderer Träger dieses Angebot nicht dauerhaft aufrechterhalten können.“
Die SPD-Fraktion hat dem Prüfauftrag dennoch zugestimmt, um zu verhindern, dass das Angebot zum Jahresende ausläuft und Zeit für eine tragfähige Lösung zu gewinnen.
Fraktionsvorsitzende Sara Zorlu brachte in der Sitzung zusätzlich einen Änderungsantrag ein. Ziel war es sicherzustellen, dass bei der möglichen Suche nach einem neuen Träger ausschließlich tarifgebundene Träger in Betracht kommen. Damit wollte die SPD gewährleisten, dass die Qualität der Beratung und faire Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten gesichert bleiben.
„Wenn über neue Träger gesprochen wird, müssen tarifgebundene Träger selbstverständlich sein. Gute soziale Arbeit braucht gute Arbeitsbedingungen“, so Sara Zorlu.
Für die SPD bleibt klar: Die Wohnberatung muss langfristig gesichert werden. Angesichts des demografischen Wandels und der steigenden Zahl pflegebedürftiger Menschen braucht der Rhein-Sieg-Kreis eine verlässliche Lösung – damit dieses wichtige Angebot auch über 2026 hinaus bestehen bleibt.
SPD – Rhein-Sieg
Pressemitteilung vom 17. März ’26 um 16:04 h







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