Herbstzeit ist Pilzzeit:
Genuss mit Verantwortung und Regeln
Rhein-Sieg-Kreis (dwo) – Wenn die Tage kürzer und feuchter werden, beginnt auch wieder die Hochzeit für Pilzsammelnde: In den Wäldern des Rhein-Sieg-Kreises sprießen derzeit viele begehrte Speisepilze. Doch wer die Saison nutzen möchte, sollte nicht nur auf die richtige Bestimmung der Pilze achten, sondern auch die geltenden Regeln zum Schutz unserer Natur beachten.

„Das Sammeln von Pilzen ist eine schöne Tradition, darf jedoch nicht zu Lasten des Ökosystems gehen“, betont Jörg Bambeck, Leiter des Amtes für Umwelt- und Naturschutz des Rhein-Sieg-Kreises. „Unser Ziel ist es, die Balance zwischen dem privaten Genuss und dem Erhalt der biologischen Vielfalt zu wahren.“
Besonders wichtig ist hierbei der Schutz sensibler Bereiche: In ausgewiesenen Naturschutzgebieten ist das Sammeln von Pilzen streng untersagt. Diese Gebiete dienen als Rückzugsorte für seltene Arten und müssen ungestört bleiben. Um sicherzugehen, wo das Sammeln erlaubt ist und wo nicht, stellt der Rhein-Sieg-Kreis eine aktuelle WEB-Karte zur Verfügung, die alle Schutzgebiete detailliert ausweist. Diese lässt sich über das Geoportal des Rhein-Sieg-Kreises unter rhein-sieg-kreis.de/geoportal unter dem Thema „Umweltschutz“ abrufen.
Auch außerhalb der Naturschutzgebiete gilt: Das Sammeln ist grundsätzlich nur in geringen Mengen für den eigenen privaten Bedarf gestattet. Als Orientierung dient hierbei eine Menge von etwa ein bis zwei Kilogramm pro Person und Tag. Eine kommerzielle Nutzung oder das Sammeln in großen Mengen ist nicht zulässig.
Zudem gibt es bestimmte Pilzarten, die nach der Bundesartenschutzverordnung geschützt sind und einem generellen Sammelverbot unterliegen. Hierzu zählen unter anderem der Trüffel Tuber spec. und der Kaiserling Amanita caesarea.
Zudem appelliert der Kreis an alle Waldspaziergängerinnen und Waldspaziergänger, schonend und rücksichtsvoll zu ernten. Das Zertreten des Waldbodens sollte minimiert werden, und die Pilze sollten vorsichtig entnommen werden, um das Myzel – das unterirdische Netzwerk des Pilzes – nicht zu beschädigen. Nur so ist sichergestellt, dass auch in den kommenden Jahren wieder eine reiche Ernte möglich ist.
Ein dringender Hinweis zum Schluss: Wer keine fundierten Kenntnisse über die Bestimmung von Pilzen hat, sollte auf das Sammeln verzichten oder Fachleute hinzuziehen. Verwechslungen mit giftigen Arten können lebensgefährliche Folgen haben. Nähere Auskünfte rund um das Thema Pilze und die geltenden Regeln im Kreis erteilen die Fachleute am Naturschutztelefon des Rhein-Sieg-Kreises unter der Rufnummer 02241 13-3900.
Rhein-Sieg-Kreis
Pressemitteilung Nr. 302 vom 21. Oktober ’26 um 10:29 h





Users Today : 278
Views Today : 323
Who's Online : 1