Optimierung der notärztlichen Versorgung im Rhein-Sieg-Kreis
Notarztstandort Much seit Januar in Betrieb
Rhein-Sieg-Kreis (an) – Seit dem 1. Januar 2025 wird der Nordosten des Rhein-Sieg-Kreises durch einen Notarztstandort in der Rettungswache Much notärztlich versorgt. Dieser Vollzeit-Standort wurde komplett neu eingerichtet und ist durchgehend, also „rund um die Uhr“, besetzt.
„Mit diesem neuen Notarzt-Standort optimiert der Rhein-Sieg-Kreis nicht nur die notärztliche Versorgung der Bevölkerung, hier im Nordosten des Kreisgebietes, sondern entlastet auch bestehende Standorte“, betonte Landrat Sebastian Schuster. „Mein herzlicher Dank gilt den Mitarbeitenden der Hilfsorganisationen sowie den Notärztinnen und Notärzten des Bonner Universitätsklinikums. Alle gemeinsam arbeiten wir im Sinne der Bürgerinnen und Bürger zusammen!“
Norbert Büscher, Bürgermeister von Much ergänzte: „Ich freue mich, dass der Rhein-Sieg-Kreis Much als zusätzlichen Notarzt-Standort im Rahmen des Rettungsbedarfsplans ausgewählt hat. Dieser Schritt ist entscheidend für die Verbesserung der medizinischen Versorgung in unserer Region, gerade in einer großen Flächenkommune. Die Erreichbarkeit in Notfällen ist von größter Bedeutung, und mit dem neuen Standort werden die Reaktionszeiten erheblich verkürzt. Damit wird die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger gestärkt. Ich möchte allen danken, die an diesem Prozess beteiligt waren, insbesondere unseren Rettungsdiensten und den Fachleuten im Rhein-Sieg-Kreis!“
Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem UKB und Falck
Gestellt wird das notärztliche Personal vom Universitätsklinikum Bonn (UKB), mit dem der Rhein-Sieg-Kreis bereits seit mehreren Jahren auch an den Notarztstandorten in Bornheim, Eitorf und Hennef vertrauensvoll zusammenarbeitet.
„Wir freuen uns, den Rhein-Sieg-Kreis an einem weiteren Notarztstandort ärztlich unterstützen zu können. Die ärztliche Besetzung des neuen Notarzteinsatzfahrzeugs in Much stellen wir rund-um-die-Uhr durch Notfallmedizinerinnen und Notfallmedizinern der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums Bonn (UKB) sicher“, so Dr. Ulrich Heister, Ärztlicher Leiter des Zentrums für Rettungs- und Notfallmedizin am UKB. „Dank der langjährigen, engen Zusammenarbeit des UKB als Klinikum der Maximalversorgung mit den regionalen Rettungsdienstträgern können einheitliche medizinische Standards verbindlich umgesetzt werden. Dies schafft auch die Grundlage für das gemeinsame Telenotarztsystem, das ab 2026 von der Stadt Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis in Kooperation mit dem UKB eingeführt wird. Das gemeinsame Ziel ist der weitere Ausbau des Rettungsdienstes und eine bessere notfallmedizinische Versorgung der Bevölkerung“, sagte Dr. Heister weiter.
Jeder Notarztstandort ist an eine lokale Rettungswache gekoppelt, die durch eine Kommune oder einen Vertragspartner im Rettungsdienst betrieben wird. In Much ist das die Falck Notfallrettung und Krankentransport GmbH. Falck stellt auch die notwendigen Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter, die den jeweiligen Notarzt beziehungsweise die jeweilige Notärztin als Fahrerinnen und Fahrer der Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) im Einsatz unterstützen.
Da die Anforderungen an eine Fahrerin oder einen Fahrer eines NEF sehr umfangreich sind, hatte der Rhein-Sieg-Kreis bereits im Vorfeld ein besonderes Schulungskonzept für das betreffende Rettungsfachpersonal durchgeführt. Dieses umfasste unter anderem die Vermittlung von detaillierten Kenntnissen zur hiesigen Krankenhausversorgungsstruktur sowie die Schulung von Einsatzstrategien, zum Beispiel die Rolle des NEF-Fahrenden beim sogenannten Massenanfall von Verletzten. Ebenfalls wurde die Assistenz bei speziellen notärztlichen Behandlungen geschult.
Der Versorgungsbereich des „Notarztstandortes Nord-Ost“ umfasst das gesamte Gemeindegebiet Much, sowie Bereiche der Gemeindegebiete Neunkirchen-Seelscheid und Ruppichteroth. In vereinzelten Ortschaften der Stadt Lohmar sind ebenfalls Einsatzfahrten für den Notarztdienst vorgesehen.
Rhein-Sieg-Kreis ist Träger des gesamten Notarztdienstes
Als Träger des Rettungsdienstes hat der Rhein-Sieg-Kreis die Aufgabe, eine bedarfsgerechte und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Leistungen der Notfallrettung sicherzustellen. Dazu gehört auch die notärztliche Versorgung. Demnach ist der Rhein-Sieg-Kreis also Träger des gesamten Notarztdienstes im Kreisgebiet.
Die Einrichtung eines neuen Notarztstandortes in der Rettungswache Much war notwendig geworden, da der aktuelle Rettungsdienstbedarfsplan eine Weiterentwicklung des Notarztsystems für das gesamte Kreisgebiet vorsieht. Mit ursprünglich sechs Vollzeit-Notarztstandorten in Eitorf, Königswinter, Niederkassel, Rheinbach, Siegburg und Troisdorf sowie einem Tagesstandort in Bornheim, konnte das System bis heute auf insgesamt neun Vollzeit-Notarztstandorte ausgebaut werden: Im vergangenen September kam ein neuer Standort in Hennef hinzu, der Standort Bornheim wurde gleichzeitig zum Vollzeit-Standort ausgeweitet, seit Januar ist der Standort Much in Betrieb.
Dies ist nun also der letzte Baustein zur Optimierung der notärztlichen Versorgung der Bevölkerung im Rhein-Sieg-Kreis im Sinne des aktuellen Rettungsdienstbedarfsplanes.
Rhein-Sieg-Kreis
Pressemitteilung Nr. 112 vom 02. April ’25 um 11:17 h