Kompetenzzentrum Kunststoff

Transparent – offen – durchgängig

Das Kompetenzzentrum Kunststoff der TROWISTA stellt Unternehmen im Rahmen der neuen Story-Reihe „Kompetenz in Kunststoff“ vor.

Das Firmengebäude von Kenotec in der Gierlichstraße in Troisdorf (Foto: Kenotec)

MITTWOCH, 27. MÄRZ 2024 –   Kenotec – ein waschechtes Troisdorfer Unternehmen. 2006 mit Unterstützung der Troisdorfer Wirtschaftsförderung TROWISTA in Troisdorf-Spich gegründet und seitdem in der Stadt bestens vernetzt: die Kreft & Röhrig GmbH aus der Ahrstraße verchromt die Kenotec-Walzen, die Regler der Heizung kommen von PGT aus Spich, Stahl-Team hat die Wickler gebaut und ZWi aus dem IndustrieStadtpark gegenüber dem Rathaus liefert weitere Komponenten für den weich-PVC-Hersteller. Während der Pandemie hat Kenotec sehr erfolgreich – und schnell – mit einem anderen Troisdorfer Unternehmen, der Memoplast GmbH in Spich, sogenannte „Faceshields“ (die das ganze Gesicht bedecken) entwickelt und auf den Markt gebracht. Mit der IGK (Interessengemeinschaft Kunststoff in Troisdorf) kooperiert Kenotec schon länger im Bereich Ausbildung.
2017 ist das Unternehmen in die Gierlichsstraße hinter den IndustrieStadtpark gezogen und produziert nun mitten in der Stadt extrudierte Weich-PVC Streifen, Folien und Platten für ganz unterschiedliche Anwendungen: Antirutschmaterialien und Staubfangmatten, Schwerfolien für Schallschutz, extrudierten Kork, Öl- und Benzinfeste Produkte, Materialien mit Lebensmittelzulassungen oder auch Erzeugnisse mit fluoreszierenden (nachleuchtenden) Effekten mit Nachleucht- oder Tagesleuchtfarben. Viele kennen die typischen transparenten Kunststofflamellentore an Industriehallen, durch die Gabelstapler oder andere Fahrzeuge fahren können, ohne jedes Mal eine Tür öffnen zu müssen – sehr energiesparend!

Eine Nische wollte Kenotec besetzen, sagen die beiden Firmengründer Siegfried Probst und Kiriakos Kovousiadis: „Der Begriff Keno kommt aus dem Griechischen und steht für die Lücke in der Wand, einen Durchgang oder einen Durchbruch. Da unsere Produkte und Technologien diese Lücke schließen sollten, haben wir uns für den Namen Kenotec entschieden. Keno steht also sinngemäß auch für die Lücke die Ende 2005 im Weich-PVC Tür- und Tormarkt entstanden ist.“ Da nämlich hat Kautex aus Sankt Augustin, der ehemalige Arbeitgeber der beiden Ingenieure, die Produktion dieser Produktgruppe aufgegeben. Das scheint den beiden gut gelungen zu sein, denn mittlerweile ist Kenotec eines der international führenden Hersteller in diesem Bereich – und Nichtfachleuten kaum bekannt. So erfüllen Produkte dieses „versteckten Champions“ heute die strengsten Anforderungen für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln und andere bestehen die extrem harten Anforderungen der B1 Brandschutzklasse und das gleichzeitig bei hoher Transparenz!

Kunst mit Vanille-Aroma
Während der „Liverpool Biennale 2006“ in Großbritannien verführte das neue Ausstellungszentrum „Greenland Street“ Kunstinteressierte aus aller Welt zum Experimentieren. Auf dem Dach der ehemaligen Lagerhalle „The Blade Factory“ entstand ein temporärer Pavillon aus PVC-Streifenvorhängen, den die Besucher an allen Stellen durchschreiten konnten. Mit einem Schritt gelangten sie auf das Dach des Industriegebäudes mit atemberaubendem Blick auf Liverpool und die Flusslandschaft Mersey. Realisiert nach Plänen der Londoner Architekten Bernd Trümpler und Karsten Huneck spannten sich die transparenten PVC-Bahnen der Kenotec GmbH vom Dach des zweistöckigen Gebäudes bis zum Boden und reichten dabei etwa 15 Meter ins Erdgeschoss hinunter. Im Inneren der Kunsthülle war ein weiterer Bereich durch rote PVC-Bahnen in transparenter Optik abgetrennt. Durch seine intensive Farbgebung war er schon von weitem gut erkennbar und setzte das beleuchtete Gebäude vor allem nachts eindrucksvoll in Szene.
Besonderer Clou ist die Rezeptur: „Wir produzieren aromatisierte, gut riechende PVC-Anwendungen für Industrie- und Gewerbebetriebe. Damit verbessert sich das Arbeitsklima vor allem in engen, schlecht klimatisierten Räumen“, erklärt Siegfried Probst, Geschäftsführer des Newcomers Kenotec.

Schutz für Häkeldecken
Zum Schmunzeln lädt eine der neueren Kenotec-Produkte ein – Tischauflagen zum Schutz der Tischplatte oder auch empfindlicherer Auflagen, wie z. B. selbstgehäkelte Decken oder Stoffe aus Spitze. Um die empfindliche Tischplatte, vielleicht mit Intarsien oder eben die feingewebten Deckchen zu schützen, kann man darauf eine durchsichtige Auflage (Matte) aus weich-PVC mit Vanille-Aroma legen. Diese Auflagen verkauft Kenotec nicht selbst an den Endverbraucher, sondern Kunden über ein weltweit bekanntes Verkaufsportal. „Allein mit dieser Produktgruppe erzielen wir mittlerweile sehr erfreuliche Umsätze pro Monat“, sagt Siegfried Probst. Die Auflage kann aber auch als Schneidunterlage verwendet werden und wird besonders in Grafikbüros geschätzt wegen der guten Schnitthaltigkeit – „transparent wie Glas und flexibel wie Gummi“, betont Probst.
Ein niederländischer Kunde stellt aus Kenotec weich-PVC Dekorationen für Weihnachten, Halloween oder Ostern her. Die Supermarktkette Lidl hat kürzlich alle Kühltheken in Deutschland mit transparenten PVC-Streifen von Kenotec nachgerüstet, um die Schließung der Theken und damit die Einhaltung der Kühlkette für Nahrungsmittel zu gewährleisten. Extrudierter Naturkork von Kenotec (Kork-Kügelchen mit Kunststoff gemischt) wird für orthopädische Sohlen geschätzt. Dichtungen für Surfanlagen in Freizeitparks auf dem Land haben oft Dichtungen von Kenotec: 1,50 m breit und 21 m lang! Auffangmatten für Bowlingkugeln hinter den Pins und in Schießständen hinter den Zielscheiben (besonders bei der Polizei) sind ebenfalls oft aus Kenotec-Material.
2021/2022 hat Kenotec ein Energie-Audit durchgeführt und ein Energiemanagement eingeführt. Das führte zu einem optimaleren Energieeinsatz und senkte den Stromverbrauch um rund 123.000 kWh. Ab Ende des ersten Quartals 2024 möchte Kenotec durch weitere Maßnahmen in der Zukunft etwa 70 t CO2 pro Jahr einsparen.


TROWISTA
Pressemitteilung vom 22. Mai 2024, 14:18 h

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