Aktionstag zur „Woche der Wiederbelebung“:
Im Notfall helfen und Leben retten
Rhein-Sieg-Kreis (dwo) – Jedes Jahr erleiden rund 130.000 Menschen in Deutschland einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses. Der oder die Betroffene wird bewusstlos und atmet nicht mehr normal oder gar nicht. Dann ist schnelles Eingreifen erforderlich.
Mit einem informativen Aktionstag beteiligte sich der Rhein-Sieg-Kreis zum zweiten Mal an der „Woche der Wiederbelebung“. Die Besucherinnen und Besucher des Kreishauses, aber auch die Mitarbeitenden der Kreisverwaltung, konnten in der Eingangshalle des Kreishauses ihre Kenntnisse im Bereich der Herzdruckmassage unkompliziert auffrischen und Fachleuten aus dem Bereich des Rettungsdienstes Fragen zum Thema stellen. Zur Verfügung standen eine Übungspuppe, ein Trainingsgerät zur automatischen Defibrillation (AED) und umfangreiches Informationsmaterial.
Landrat Sebastian Schuster und Dezernent Dr. Michael Rudersdorf schauten gespannt zu, als der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes des Rhein-Sieg-Kreises, Christian Diepenseifen, und der koordinierende Praxisanleiter des Rhein-Sieg-Kreises, Lars Gauglitz demonstrierten, welche simplen Handgriffe ausreichen, um ein Leben zu retten.
„Wenn nach einem Herzstillstand nicht innerhalb von fünf Minuten einfache Maßnahmen durchgeführt werden, sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit. Deshalb ist sofortige Hilfe vonnöten und die ist ganz einfach. Falsch wäre es, nichts zu tun“, betonte Landrat Sebastian Schuster.
Um möglichst viele Menschen über dieses Thema zu informieren und zu motivieren, im Notfall zu helfen, wird seit 2013 bundesweit die „Woche der Wiederbelebung“ durchgeführt. Das Motto ist auch in diesem Jahr wieder „Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation“ – eine Initiative des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. sowie der Stiftung Deutsche Anästhesiologie unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit.
„Prüfen – rufen – drücken“
Jede und jeder kann zum Lebensretter werden: Mit „Prüfen“ wird festgestellt, ob der oder die Betroffene ansprechbar ist oder normal atmet. Dann gilt es in jedem Fall, schnell Hilfe zu „rufen“, also die 112 zu wählen.
In der Feuer- und Rettungsleitstelle des Rhein-Sieg-Kreises unterstützen die Disponentinnen und Disponenten den Anrufenden und erklären über das Telefon, wie die Herzdruckmassage durchgeführt wird: Etwa 100- bis 120-mal pro Minute senkrecht auf der Mitte des Brustkorbs 5 bis 6 Zentimeter tief „drücken“.
Mit einfachsten Wiederbelebungsmaßnahmen durch Anwesende wird die Überlebenswahrscheinlichkeit verdreifacht. Niemand muss Angst haben, hier etwas falsch zu machen, denn die Mitarbeitenden der Kreisleitstelle bleiben solange am Telefon und geben Anleitungen, bis der Rettungsdienst eintrifft.
Schnelles Eingreifen durch KatRetter-App
Seit Mai 2026 werden im Rhein-Sieg-Kreis und in der Bundesstadt Bonn Ersthelfende über die KatRetter-App zu Reanimationen alarmiert, um die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit Herzdruckmassage zu überbrücken. „Gerade in den ländlichen Bereichen des RSK ist es wichtig, dass Anwesende bei einem Herzstillstand mit der Herzdruckmassage beginnen. Bis jetzt haben sich rund 3.350 Ersthelfende in der App registriert und es gab über 200 Alarmierungen“, führte Dr. Michael Rudersdorf aus. „Auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner kommen jedes Jahr rund 50 bis 80 Fälle eines Herzstillstands, die im Deutschen Reanimationsregister, an dem sich auch der RSK beteiligt, eingetragen werden.“
Rhein-Sieg-Kreis
Pressemitteilung Nr. 259 vom 23. September ’26 um 11:36 h






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