Sammlungszuwachs

Bedeutender Sammlungszuwachs vorgestellt
Förderverein des Bilderbuchmuseums unterstützt Ankauf zu „Rotkäppchen hat keine Lust“

Mit einem besonderen Sammlungszuwachs setzt das Bilderbuchmuseum Burg Wissem ein weiteres Zeichen für die Bedeutung der Bilderbuchkunst: Kürzlich wurden neue Werke aus Sebastian Meschenmosers „Rotkäppchen hat keine Lust” der Öffentlichkeit vorgestellt. Dank der Unterstützung des Fördervereins des Bilderbuchmuseums konnten in diesem Rahmen 15 Studien und 12 Skizzen erworben werden, die einen bereits im Jahr 2025 erfolgten Erwerb von Originalillustrationen des Buches ergänzen. Diese Arbeiten eröffnen gemeinsam faszinierende Einblicke in den kreativen Entstehungsprozess und bereichern das Museum um eine künstlerisch wie erzählerisch außergewöhnliche Position.

Gemeinsam bilden diese Arbeiten nun ein herausragendes Ensemble, das die Sammlung des Hauses nicht nur erweitert, sondern auch einen vertieften Einblick in den künstlerischen Schaffensprozess eines der bedeutendsten deutschen Illustratoren der Gegenwart ermöglicht.

Der Fördervereinsvorsitzende Karl Arnold präsentierte gemeinsam mit Museumsleiterin Dr. Pauline Liesen (2.v.r.) und weiteren Mitgliedern des Fördervereinsvorstands die neu erworbenen Studien und Skizzen.
Foto: Förderverein Bilderbuchmuseum

„Für uns als Förderverein ist es eine große Freude, zu diesem Ankauf beitragen zu können“, betonte Karl Arnold, Vorsitzender des Fördervereins des Bilderbuchmuseums. „Wir verstehen es als unsere Aufgabe, das Bilderbuchmuseum gezielt dort zu unterstützen, wo nachhaltige Qualität für die Sammlung entsteht. Damit stärken wir nicht nur die Sammlung, sondern sichern auch langfristig die künstlerische Substanz des Hauses.“

„Le petit chaperon rouge“, „Little Red Riding Hood“ oder „Krasnaja schapotschka“ – kaum ein Märchen ist im europäischen Raum so bekannt und weit verbreitet wie Rotkäppchen. Die Geschichte wurde bereits 1697 von Charles Perrault schriftlich fixiert, bevor sie im deutschsprachigen Raum unter anderem durch Ludwig Tieck und schließlich durch die Brüder Grimm ihre bis heute prägende Form erhielt. Der Stoff inspiriert Autor:innen und Illustrator:innen bis heute zu immer neuen Interpretationen.

Klassisches Märchen auf humorvolle und eigenwillige Weise neu interpretiert
Eine besonders originelle Variante schuf der in Berlin lebende Künstler Sebastian Meschenmoser. Er zählt zu den erfolgreichsten Illustrator:innen Deutschlands und wurde bereits mehrfach für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. In „Rotkäppchen hat keine Lust“ interpretiert er das klassische Märchen auf humorvolle und eigenwillige Weise neu: Der Wolf ist einsam, hungrig und missmutig, während Rotkäppchen alles andere als begeistert von ihrem Auftrag ist, die Großmutter zu besuchen. Schon bald geraten die vertrauten Rollen ins Wanken – der Wolf sorgt für Geschenke, backt Kuchen und wird selbst zum gern gesehenen Gast, während Rotkäppchen ein überraschend abenteuerliches Eigenleben entwickelt.

Neben dem originellen Figurenensemble besticht Meschenmosers Märchenadaption durch klugen Wort- und Bildwitz sowie zahlreiche kulturelle Anspielungen. Gleichzeitig wagt sich der Illustrator an eine neue künstlerische Technik: Erstmals kombiniert er seinen charakteristischen, skizzenhaften Bleistiftstrich ausschließlich mit Aquarellfarben. Diese Herangehensweise verleiht den Bildern eine besondere Leichtigkeit und unterstreicht die märchenhafte Atmosphäre des Buches.

Im Rahmen der öffentlichen Vorstellung betonte Museumsleiterin Dr. Pauline Liesen die Bedeutung des Erwerbs: „Es ist ein wirklich toller Sammlungszuwachs. Denn anhand der Skizzen und Studien zu einem Buch kann man hervorragend nachvollziehen, wie sich das Buch entwickelt hat und wie der Illustrator zu seinem endgültigen Ergebnis gekommen ist.“

Ein Gewinn für eine außergewöhnliche Sammlung
Für alle Rotkäppchen-Kenner:innen ist dieses Buch eine in jeder Hinsicht gelungene Adaption, die dazu anregt, Märchen gegen den Strich zu bürsten und aus neuen Perspektiven zu erzählen. „Rotkäppchen hat keine Lust“ ergänzt mit seinen Skizzen, Studien und Originalen auf herausragende Weise die Rotkäppchen-Sammlung von Elisabeth und Richard Waldmann. Diese befindet sich seit mehr als 20 Jahren im Besitz des Bilderbuchmuseums und vereint durch ihre außergewöhnlichen Sammlungsgegenstände ein einzigartiges Ensemble rund um das beliebte Märchen.

Für den Förderverein ist die Beteiligung an diesem Ankauf zugleich Ausdruck seines kontinuierlichen Engagements für den Ausbau der museumseigenen Sammlung. Das Ziel bleibt, das Bilderbuchmuseum als lebendigen Ort der Illustration, Fantasie und künstlerischen Entdeckung nachhaltig zu stärken.

Weitere Infos zum Förderverein des Bilderbuchmuseums finden Sie auf der Homepage unter www.foerderverein-bilderbuchmuseum.de


Verein zur Förderung der Kinderbuchkunst
Pressemitteilung vom 02. März ’26 um 10:09 h

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