Nach Nordbrücken-SuperGAU

Nach Nordbrücken-SuperGAU:
Linke im Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises fordern Gratis-Tickets für ÖPNV und Priorisierung der geplanten Stadtbahnlinie Köln-Niederkassel-Bonn

Seit Mittwoch ist offenkundig wovor Die Linke auf allen Ebenen gewarnt hat. Ausbleibende Investitionen in die kommunale Infrastruktur zugunsten eines exportorientierten Wirtschaftsmodells fordern ihren Preis.

Zunächst bei der Carolabrücke in Dresden Ende 2024 nun auch bei der Nordbrücke in der Region Bonn-Rhein-Sieg. „Der selbsternannte Export-Weltmeister ist nicht einmal in der Lage die eigenen Brücken zu erhalten“, fasst Heinz-Peter Schulz, Sprecher der Linken im Kreistag die Situation lakonisch zusammen.

In Bonn hat der Oberbürgermeister Deus (CDU) eine Taskforce zusammengerufen, die nun erste Vorschläge unterbreitet hat. U.a. soll an Unternehmen in der Region appelliert werden bestehende Home-Office-Regelungen auszubauen. Für Katharina Blank, Mitglied des Kreistages für die Linke, ist das bei weitem nicht genug. „Ein bisschen mehr Home-Office kann kein strukturelles Problem lösen. Was ist mit den Menschen, die jeden Tag in der Pflege oder auf den Bau malochen und den Laden am Laufen halten? Statt Alibi-Lösungen müssen wir unsere Verkehrspolitik grundsätzlich hinterfragen und danach ausrichten, dass alle Menschen garantiert von a nach b kommen. Dazu kann es auch aufgrund des Nordbrücken-Desasters vorübergehend sinnvoll sein mehr ticketfreie Fährquerungen anzubieten und auch mehr Anlegestellen für Fähren anzubieten. Langfristig müssen wir aber weg vom motorisierten Individualverkehr und hin zu einer gesellschaftlichen Mobilität“

Konkret schlägt die Linke im Kreistag vor bestehende ÖPNV-Strukturen zu stärken und mindestens für die Zeit der Sperrung der Nordbrücke den ÖPNV zwischen Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis ticketfrei aus den Mitteln des Rhein-Sieg-Kreises zu gestalten. „Damit würden wir den Menschen etwas zurückgeben, die aktuell besonders unter die Räder kommen“, führt Dr. Bastian Reichardt aus, ebenfalls für Die Linke im Kreistag. „Darüber hinaus müssen nun alle bestehenden Kapazitäten in der Verkehrsplanung darauf ausgerichtet werden die S66 schnellstmöglich wieder vollständig in Betrieb zu nehmen und die seit Jahrzehnten versprochene Stadtbahnlinie zwischen Köln, Niederkassel und Bonn („Rharbarbarschlitten“) umgehend zu realisieren“, schließt Heinz-Peter Schulz.


Die Linke
Pressemitteilung vom 07. Juni ’26 um 19:54 h

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