Großartiges Großartiges Konzert des MGV Eschmar
Chor und Solisten in Bestform
Bis auf den letzten Platz besetzt war die Kreuzkirche in Sieglar, als der MGV 1894 (einer der größten Männerchöre im Rhein-Sieg-Kreis) sein traditionelles Sommerkonzert gab. Vorsitzender Ralf Cholewa begrüßte die Besucherinnen und Besucher und führte durch das umfangreiche Programm. Der Chor begann mit 2 Chorgesängen, zum einen mit dem Priesterchor aus der „Zauberflöte“ von Mozart und danach mit „Du hohe Himmelskönigin“ aus der Oper „Die Macht des Schicksals“ von Verdi. Beides ist eigentlich für Profichöre geschrieben und Laienchöre müssen sich da schon gewaltig nach der Decke strecken, um den hohen Ansprüchen gerecht zu werden. Aber der Eschmarer Chor unter der Leitung von Musikdirektor Rolf Pohle meisterte diese Aufgabe bravourös und überzeugte durch Geschlossenheit und präzise Gestaltung. Star des Konzertes war die Sopranistin Jana Ryklová aus Prag, die bereits bei vielen Konzerten des MGV mitgewirkt hat. Die Professorin für Gesang am internationalen Konservatorium ihrer Heimatstadt ist bereits in vielen europäischen Ländern aufgetreten und hat auch mehrere Konzerte in Vietnam und in China bestritten. Beim Konzert stellte sie wieder einmal ihr Können unter Beweis: sie ist eine hochbegabte Sängerin mit einer lyrischen Stimme von großem Tonumfang. Beim Alleluja (aus „Exsultate, jubilate“) von Mozart glänzte sie besonders beim extrem koloraturreichen Schlußsatz.
Der Chor trug dann weitere Lieder vor, u.a. das „Ave Maria no morro“ (ungewohnt wegen des südamerikanischen Rhythmus‘), aber am schwierigsten, obwohl man das vielleicht nicht glauben mag, war das von den Comedian Harmonists bekannte „Veronika, der Lenz ist da“, das viele rhythmische Finessen und abenteuerliche Tonartwechsel enthält, aber auch diese “ Hürden “ wußte der Männerchor meisterlich zu überwinden, selbst bei einem höllischen Tempo!
Der MGV bot dann jungen Nachwuchskünstlern eine Bühne und hatte 2 Pianisten eingeladen: Greta Wagner und Tristan Bennerscheidt von der Musikschule Troisdorf. Beide wurden bereits mehrfach ausgezeichnet bei verschiedenen Wettbewerben von „Jugend musiziert“ auf Kreis-, Landes- und Bundesebene. „Morgenstimmung“ von Edvard Grieg und „Abendstimmung“ ( Nocturne Po.9 Nr.2 ) von Frederic Chopin wußten beide so einfühlsam zu gestalten, dass man sich gut in die jeweilige Stimmung versetzen konnte. Als Zugabe erklang der atemberaubende „Hummelflug“ von Rimski-Korsakoff, den Tristan Bennerscheidt mit großer Virtuosität vortrug.
In der Pause bot der MGV den Besuchern kostenlos Getränke an, was bei der Hitze als sehr angenehm empfunden wurde. So sind denn auch trotz der Hitze im Saal fast alle Gäste geblieben, um den zweiten Teil mitzuerleben. Im 2. Teil trat Jana Ryklova beim „Ave Maria“ mit ihren beiden Neffen auf. Als die ersten Takte vom weltbekannten Volkslied „O Sole mio“ erklangen, gesellte sich plötzlich ein Überraschungsgast dazu: der italienische Tenor Paolo Massa aus Sankt Augustin und so kam das Publikum in den Genuss, ein wunderschönes Quartett zu erleben. Wer glaubt, dass ein Männerchor im 132. Jahr seines Bestehens nur über altbackenes oder verstaubtes Repertoire verfügt, wurde deutlich eines Besseren belehrt, denn der engagierte Chorleiter Musikdirektor FDB Rolf Pohle („Zwischen ihm und den Sängern stimmt die Chemie“ war zu hören, „er fordert viel, aber er ist sehr beliebt“) hatte auch modernes, rheinisches Liedgut im Gepäck. So z.B. das Motto des Konzerts „Schön, dat mir zesamme sin“ von den Bläck Föös oder auch Lieder von den Boore und den Räubern. Als Reminiszens für den 2018 verstorbenen früheren Chorleiter Bernd Radoch trugen die Sänger 2 seiner Kompositionen vor: „Jede Daach es e Jeschenk“ und „Der verlorene Tag“. Am Flügel begleitete den Chor und die Solistin einfühlsam und versiert Erik Arndt aus Kommern. Der Kirchenmusiker in Mechernich ist schon mehrfach bei Konzerten des MGV dabei gewesen!
Zum Schluss sangen alle „Habt Dank ihr Freunde“ nach der schottischen Volksweise „Amazing Grace“. Ralf Cholewa dankte allen Beteiligten und wies schon auf das 40. Weihnachtskonzert am 19. Dezember in der „Küz“ hin. Erst nach mehreren Zugaben und „Standing Ovations“ ließ das begeisterte Publikum die Mitwirkenden gehen. Beim Herausgehen aus der Kirche fasste eine Dame zusammen, was 200 Besucher empfunden hatten: „Ach war dat schön, mal wieder einen guten Männerchor zu hören!“
Hanno Rheineck, Pressesprecher
MGV Eschmar
Pressemitteilung vom 27. Juni ’26 um 15:12 h





Users Today : 212
Views Today : 242
Who's Online : 2