Handel mit Mehrwert – Chancen für Troisdorf
Zentrenmanager Stephan Frings (TROWISTA) und Quartiersarchitekt Veysel Akyol (Akyol Architektur) im Jahr 2024 bei einer Begehung der Troisdorfer Innenstadt.Freitag, 23. Januar 2026
Troisdorf, 21. Januar 2026 – Der deutsche Einzelhandel befindet sich im Strukturwandel, bei dem reiner Produktverkauf an Bedeutung verliert und Mehrwerte wie Services, Beratung und Erlebnisse immer wichtiger werden. Diese Entwicklung wird auch in der neuen Studie „Handelsszenario 2030+“ des IFH Köln (Institut für Handelsforschung) beschrieben und ist auch für die Troisdorfer Innenstadt und die Stadtteilzentren hoch relevant.
Handel im Wandel – was die IFH-Studie zeigt
Die IFH-Studie macht deutlich, dass der klassische Umsatz mit Waren im stationären Handel zurückgeht und parallel dazu Dienstleistungen, Handelsgastronomie, Lieferung, Installation, Reparatur oder Eventformate an Bedeutung gewinnen. Haushalte investieren verstärkt in Bereiche wie Gesundheit, Freizeit, Services und andere handelsnahe und handelsferne Angebote – also in „Mehrwerte“ rund um den Einkauf.
Die Studie skizziert zwei Entwicklungspfade:
- Ein Preisszenario, in dem vor allem günstige Versorgung im Mittelpunkt steht und das Wachstum vergleichsweise moderat bleibt.
- Ein Mehrwertszenario, in dem Handelsunternehmen zusätzlich in Services, Beratung, Emotionalisierung und Erlebnis investieren und damit ein höheres Wachstum erzielen können.
Übertragen auf Troisdorf bedeutet dies: Wer nur über den Preis konkurriert, gerät schnell in direkten Wettbewerb mit Onlinehandel und Discountern, während stationäre Betriebe vor Ort dann punkten, wenn sie spürbaren „Zusatznutzen“ bieten – etwa persönliche Beratung, schnelle Lösungen oder besondere Aufenthaltsqualität.
Beispiele für Mehrwerte in Troisdorf
Die von der IFH-Studie beschriebenen Mehrwerttreiber – Gesundheit, Longevity, Nachhaltigkeit und Innovation – lassen sich auch auf Troisdorf konkret anwenden und werden bei Neuansiedlungen mitgedacht. Konkrete Beispiele dafür sind:
- Ein Lebensmittel- oder Drogeriemarkt in der Innenstadt, der nicht nur Produkte verkauft, sondern frische To-go-Angebote, gesunde Bowls oder regionale Spezialitäten bereithält und so berufstätige Kundschaft und Pendler anspricht.
- Ein Sport- oder Fahrradgeschäft, das neben dem Verkauf Lauftreffs, Technik-Workshops oder gemeinsame Touren anbietet und so eine Community vor Ort schafft.
- Ein Fachgeschäft für Smart Home oder Elektro, das Installation, Vernetzung und Einweisung beim Kunden zu Hause übernimmt – ein Service, der im Onlinehandel häufig fehlt.
Solche Ansätze stärken den lokalen Handel in Troisdorf, weil sie Gründe bieten, bewusst in die Innenstadt oder in die Stadtteilzentren zu kommen, statt nur online zu bestellen.
Rolle der Förderprogramme und Strukturen in Troisdorf
In den vergangenen Jahren haben das „Sofortprogramm Innenstadt“ und das Bundesförderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ (ZIZ) diesen Wandel unterstützt und die Weichen dafür gestellt, dass Innenstädte gezielt in Richtung mehr Aufenthaltsqualität und Mehrwertangebote entwickelt werden. Das ZIZ-Programm für Troisdorf ist im September 2025 ausgelaufen, hat aber nachhaltige Strukturen und Projekte angestoßen, die nun weiterwirken.
Zu diesen Strukturen gehört unter anderem der Quartiersarchitekt, dessen Dienste weiterhin angeboten werden, um den Handel und die Immobilienentwicklung in der Innenstadt und in den Stadtteilzentren fachlich zu unterstützen. Er hilft beispielsweise dabei, Ladenflächen zeitgemäß zu gestalten, Sichtbarkeit zu verbessern, Umbauten zu planen oder Flächen für neue Nutzungen vorzubereiten – und trägt damit dazu bei, die in der IFH-Studie geforderte höhere Qualität und Attraktivität der physischen Standorte umzusetzen.
Zentrenmanagement als dauerhafter Ansprechpartner
Parallel dazu bleibt das Zentrenmanagement der Troisdorfer Wirtschaftsförderung TROWISTA als kontinuierliche Anlaufstelle erhalten. Es steht nicht nur bestehenden Einzelhändlerinnen und Einzelhändlern, sondern auch Gründerinnen und Gründern sowie Eigentümerinnen und Eigentümern zur Verfügung – etwa, wenn es um Standortfragen, Erstberatung zu Konzepten, Vernetzung im Quartier oder Hinweise auf Fördermöglichkeiten geht.
„Im Rahmen der Förderprogramme konnten wir zum Beispiel mit Sandalu, die neben dem Stoffverkauf unter anderem auch Nähkurse anbietet, oder dem Eltern-Kind-Café Saltbaby Nutzungskonzepte ansiedeln, die diesem Trend Rechnung tragen“, so Zentrenmanager Stephan Frings von der Troisdorfer Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketing GmbH (TROWISTA). „Solche Konzepte verbinden Produkt, Service und Erlebnis und sind aus unserer Sicht für die Zukunft gut aufgestellt.“
Damit knüpfen Troisdorf und seine Zentren direkt an die Aussagen der IFH-Studie an: Neues Unternehmertum im Handel bedeutet, Kundschaft und Produkt gemeinsam zu denken, Mehrwerte zu schaffen und Angebote emotional aufzuladen – und genau diese Entwicklung unterstützen Quartiersarchitekt, Zentrenmanagement und die in den letzten Jahren aufgebauten Strukturen vor Ort.
TROWISTA
Pressemitteilung vom 23. Januar ’26 um 08:46 h