Kindersicherheitstag

Kindersicherheitstag:
Verschluckte Knopfzellen sind ein Notfall

Sofort ins Krankenhaus!

Rhein-Sieg-Kreis (hei) – Anlässlich des jährlichen Kindersicherheitstags am 10. Juni macht der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes des Rhein-Sieg-Kreises, Christian Diepenseifen, auf die Gefahr aufmerksam, die von Knopfzellen für Kinder, insbesondere im Kleinkindesalter, ausgeht.

„Die Gefahr, die von Knopfzellen für Kinder ausgeht, wird häufig unterschätzt. Knopfzellen müssen für Kleinkinder unzugänglich aufbewahrt werden. Werden sie doch einmal verschluckt, muss unverzüglich eine Vorstellung in einem geeigneten Krankenhaus erfolgen“, darauf macht Christian Diepenseifen aufmerksam. Die Leitstelle des Rhein-Sieg-Kreises, über die der Rettungswagen angefordert wird, ist über die 112 zu erreichen. Gehörlose Menschen können sich im Notfall über die bundesweit einheitliche Telefax-Nummer 112 an die Leitstelle des Rhein-Sieg-Kreises wenden.

Wenn die kleine, flache, runde Batterie in der Speiseröhre stecken bleibt, kann dies schon nach wenigen Minuten zu tiefgreifenden Verätzungen im umliegenden Gewebe führen. Die Batterie bleibt an der feuchten Schleimhaut haften, so dass der negative und positive Pol der Batterie überbrückt wird. Durch den dauerhaften lokalen Stromfluss kommt es zu der Bildung von Hydroxid-Ionen (Hydrolyse), die dann nach kurzer Zeit zu ausgeprägten Verätzungen führen können. Mit längerer Verweildauer der Knopfzelle nehmen die Komplikationen zu.

Mögliche Symptome können je nach Einwirkungszeit ein pfeifendes Atemgeräusch, Husten, Erbrechen, Schluckstörung, Speichelfluss, Ess-/Trinkverweigerung, Fieber oder/und Bauchschmerzen sein. Auch wenn anfänglich keine Symptome auftreten, ist das kein Anzeichen für einen komplikationsfreien Verlauf.

„Nach dem Verschlucken der Knopfzelle kann es zu lebensbedrohlichen Schäden kommen. Deshalb ist es so wichtig, umgehend den Rettungsdienst zu rufen“, so Diepenseifen. „Die kleine Batterie, Knopfzelle, sollte, so möglich, innerhalb von zwei Stunden nach Verschlucken entfernt werden.“  Als Sofortmaßnahme, bei kooperativen Kleinkindern ab einem Jahr, empfiehlt Christian Diepenseifen Honig.

„Ist das Kind ruhig und schluckt problemlos den Honig, können zwei Teelöffel Honig verabreicht werden. Das kann alle zehn Minuten wiederholt werden. Wehrt sich das Kind, sollte darauf verzichtet werden. Auf jeden Fall darf diese Sofortmaßnahme  aber nicht den Transport ins Krankenhaus verzögern“, so der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes des Rhein-Sieg-Kreises.


Rhein-Sieg-Kreis
Pressemitteilung Nr. 150 vom 01. Juni ’26 um 11:29 h

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