Weltumwelttag am 5. Juni:
Gemeinsam gegen Lichtverschmutzung
Rhein-Sieg-Kreis (dwo) – Manche Orte auf diesem Erdball gelten als „Städte, die niemals schlafen“. Metropolen, in denen rund um die Uhr lebendiges Treiben, Lärm und stetige Helligkeit vorherrscht. Auch in unseren Städten und Dörfern lassen Menschen Lampen oder Scheinwerfer unnötig lange brennen. Doch die Nacht ist mehr als nur die Abwesenheit von Tageslicht – sie ist eine lebensnotwendige Bedingung für Mensch und Natur. „Durch übermäßige und falsch gerichtete künstliche Beleuchtung nimmt die sogenannte Lichtverschmutzung stetig zu“, betont Tim Hahlen, Umweltdezernent des Rhein-Sieg-Kreises anlässlich des Weltumwelttages am fünften Juni. „Viele Bürgerinnen und Bürger nehmen nicht bewusst wahr, dass dies gravierende Auswirkungen auf das Ökosystem hat.“
Fatale Auswirkungen auf die Natur
Wenn Straßenlaternen, Werbeschilder oder private Außenleuchten unnötig in den Himmel strahlen, verschwindet der Sternenhimmel und das natürliche Gleichgewicht wird gestört. Viele Tiere, insbesondere Insekten und Zugvögel, verlieren durch künstliche Lichtquellen ihre Orientierung und auch Fortpflanzungszyklen werden dadurch massiv beeinträchtigt. Nachtaktive Lebewesen werden durch die übermäßige Beleuchtung oft geblendet, abgelenkt und irritiert, was Verhaltensänderungen zur Folge hat und das Verhältnis zwischen Jäger und Beute stört. Lebensräume und Bestände werden auf diese Weise unnatürlich verringert.
Nächtliche Bestrahlung von Bäumen bringt deren Lebensrhythmus durcheinander. Saisonale Veränderungen werden nicht erkannt, zum Beispiel, wenn die Tage im Herbst kürzer werden. Der Baum wirft die Blätter zu spät ab und behält länger das Wasser. Durch einsetzenden Frost ist der Baum dann stark gefährdet.
Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung
Bereits kleine Änderungen im Alltag können einen großen Unterschied machen. Schon mit kleinem Einsatz ist es möglich, dem Problem der Lichtverschmutzung entgegenzutreten. Leuchten lassen sich so installieren, dass der Strahl nur nach unten gerichtet ist und sich nicht in den Himmel oder in benachbarte Grundstücke erstreckt. Mithilfe geschirmter Gehäuse oder LED-Reflektorlampen lässt sich eine unerwünschte Streuung vermeiden. Übrigens – je niedriger montiert, umso besser für die Umwelt. Mehrere schwache Lichtquellen mit geringerer Lumenzahl reichen oft im Außengelände aus. Eine starke Lampe blendet oft, so dass man die Umgebung dennoch nicht ausreichend gut wahrnimmt.
Es hilft auch, die Farbtemperatur anzupassen und niedrige Werte bis maximal 2700 Kelvin zu wählen. Warmweiße LEDs sind weniger störend für Mensch und Tier als kaltweißes oder blaues Licht. Der Einsatz von Bewegungsmeldern und Zeitschaltuhren verhindert außerdem überflüssige Dauerbeleuchtung. Außenlicht sollte nur zur Wegesicherung und Orientierung dienen, nicht zu dekorative Zwecken.
„Indem wir verantwortungsbewusst mit künstlichem Licht umgehen, sparen wir Energie, schützen die lokale Artenvielfalt und bewahren uns den Blick auf die Sterne“, so Tim Halen.
Rhein-Sieg-Kreis
Pressemitteilung Nr. 149 vom 01. Juni ’26 um 11:24 h






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