Wenn Lehrer die Schulbank drücken

Wenn Lehrer die Schulbank drücken
Am 20.November 2019 waren alle Troisdorfer Grundschulen geschlossen

Die Digitale Bildung ist in aller Munde. Kommunen investieren in ihre Schulen und kaum eine politische Bildungsdebatte kommt um die „neuen“ Medien herum. Selbst der Bund wird in den nächsten Jahren viel Geld in die Bundesländer pumpen.

Fotos: KGS Müllekoven

„Wir in Troisdorf wollen die Digitalisierung aus einem Guss“, so Schulleiter der KGS Müllekoven Niklas Tervooren. Bereits im letzten Jahr hatte er gemeinsam mit einem Team aus Troisdorfer Schulleitern den 1. Troisdorfer Digitalkongress ins Leben gerufen. „In diesem Jahr wollten wir einen großen Schritt weiter gehen“, so Schulleiterin der Janoschschule Jessica Giebel. Waren beim ersten Kongress SchulleiterInnen und je zwei MedienkoordinatorInnen pro Schule eingeladen, sollte diesmal ein Mammutprojekt umgesetzt werden: 13 Grund- und Förderschulen – 250 Lehrerinnen und Lehrer – 1 Kongress. In monatelanger Arbeit wurde der Weg dazu geebnet. Zusammen mit dem Schulträger Troisdorf, den Medienberatern aus den Kompetenzteams Rhein-Sieg, Bonn, Leverkusen, Rheinisch-Bergischer Kreis, Düren, Rhein-Erft, den MedienkoordinatorInnen aller Troisdorfer Grundschulen und jeder Menge persönlichen Engagements des Vorbereitungsteams wurde ein Event der Spitzenklasse auf die Beine gestellt. Die Asselbachschule wurde dazu für einen Tag zum „Troisdorfer Silicon Valley“ umgewandelt.

Los ging es mit einem mitreißenden Impulsvortrag vom Wiener Medienpädagogen und ausgewiesenen Experten Prof. Dr. Strasser, der extra für den Medienkongress eingeflogen wurde. Er lenkte den Blick auf die großartigen Chancen der Digitalisierung in Grundschulen, aber zeigte auch die Grenzen auf. „Unterricht wird nicht automatisch besser, wenn digitale Endgeräte eingesetzt werden.“, so Konrektor der gastgebenden Schule und Mitorganisator Martin Reinert „Wir brauchen einen Troisdorfer Konsens darüber, wie die angestrebten Kompetenzen und Lernziele so zu erreichen sind, dass der Unterricht motivierend, pädagogisch sinnvoll und zeitgemäß für die Schülerinnen und Schüler ist.“.

Genau aus diesem Grunde ging es nach dem Vortrag weiter in die Workshop-Arbeit. „Insgesamt 24 Workshops mit unterschiedlichen Themen können wir heute anbieten. Jede Lehrkraft kann nacheinander an 3 Workshops teilnehmen“, so Jessica Giebel. “Wir haben sogar noch Platz für unsere Gäste, die aus den angrenzenden Kommunen nach Troisdorf gekommen sind”, so Giebel weiter. Und in den Workshops ging es hoch her! Von der Erstellung von Stop-Motion-Filmen, Programmieren von Minirobotern, bis hin zur Musikproduktion mit Garage Band war alles dabei was digital machbar und sinnvoll für den Unterrichtseinsatz ist. „Und das war nur möglich, weil die MedienkoordinatorInnen aller Troisdorfer Grundschulen seit über einem Jahr fort- und weitergebildet werden, so dass sie ihr Wissen in den Workshops streuen konnten“, so Schulleiter Niklas Tervooren. “Die enge Zusammenarbeit zwischen den Troisdorfer Grundschulen ist in dieser Form einzigartig.” stellte auch Martin Reinert fest.

Festzuhalten ist auch, dass insbesondere die Stadtverwaltung den gemeinsamen Geist der Troisdorfer Grundschulen mitträgt, für die digitale Infrastruktur und Ausstattung sorgt und sich hier eng mit der Projektgruppe der Grundschulen abstimmt. So hat die Stadtverwaltung z.B. eine eigene Stelle geschaffen, um die Digitalisierung der Troisdorfer Schulen zu koordinieren.

Wie geht es nun weiter an den Troisdorfer Grundschulen? „Zunächst einmal findet ab morgen wieder Unterricht für unsere Schülerinnen und Schüler statt“, scherzt Jessica Giebel. Und mit der Digitalisierung? „Tja da besinnen wir uns auf alte Werte der Troisdorfer Schulleiterrunde und das bedeutet Vernetzen, Vernetzen, Vernetzen“, so Giebel weiter. Konkret bedeutet das, dass gemeinsam erarbeitete Unterrichtsreihen und Ideen aus dem Digitalkongress auf einer gemeinsamen Plattform zur Verfügung gestellt werden. „Nur so können wir sinnvoll weiterarbeiten“, ergänzt Tervooren.

„Wir müssen von den Unterrichtsinhalten aus denken und dann die passenden digitalen Werkzeuge aussuchen. Und das geht am Besten gemeinsam“.


KGS Müllekoven

Pressemitteilung vom 04. Dezember 2019, 19:37 h

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