Stellungnahme zur Kritik des Bundespräsidenten

Stellungnahme zur Kritik des Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier an der Klimagerechtigkeitsbewegung

In einem am 08.11.19  im „Tagesspiegel“ veröffentlichten Gespräch kritisierte der deutsche Bundespräsident Frank Walter Steinmeier die Klimagerechtigkeitsbewegung – darunter auch Fridays for Future. Er warf der Bewegung vor, „Demokratie immer kleiner“ zu reden und „apokalyptische Bedrohungen“ zu beschreiben, die „kaum zu bewältigen scheinen“ und lähmten. Gleichzeitig unterstellte er der Klimagerechtigkeitsbewegung implizit Neigungen zum Autoritarismus: „Wer meint, dass irgendeine autoritäre Ordnung besser mit den Herausforderungen der Gegenwart umgehen kann, der irrt.“

Wir möchten uns der Kritik des Bundespräsidenten am Demokratieverständnis sowie an den Inhalten der For-Future-Bewegung und somit auch an unserer Bewegung Parents for Future Deutschland entschieden entgegenstellen.

Unsere Bemühungen, eine wirksame Klimaschutzpolitik in Deutschland durchzusetzen, basieren auf der rechtsstaatlichen Ordnung der Bundesrepublik Deutschland. Wir gestalten Politik und Gesellschaft über Demonstrationen, Petitionen, verschiedene Formen der gesellschaftlichen Aufklärung und kommunalpolitisches Engagement. Alle diese Aktionen sind strikt gewaltfrei. Unsere Aktivitäten zeigen deutlich, dass die Klimagerechtigkeitsbewegung, deren Teil Parents For Future Deutschland ist, vor allem für eine Belebung der Demokratie steht. Tausende Menschen wollen die Möglichkeit wahrnehmen, in dieser bedeutsamen Zeit Politik und Gesellschaft aktiv mit zu gestalten. Gleichzeitig kritisieren wir die intransparente Einflussnahme von Vertretern der Wirtschaft auf weichenstellende Entscheidungen zur Klimapolitik.  

Parents For Future Deutschland fordern eine wirksame, d.h. die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad begrenzende Klimapolitik in Deutschland. In einer gemeinsamen Erklärung von 11.000 Wissenschaftler*innen wurde gerade kürzlich vor einem weltweiten „Klima-Notfall“ gewarnt. Der Anstieg der Meeresspiegel, die Zunahme von Extremwetterereignissen, die gesundheitlichen Schäden durch klimatische Veränderungen, das Massenaussterben von Tieren und Tierarten und der Zusammenbruch unserer Zivilisation, darunter der demokratischen Strukturen in Deutschland, sind leider reale Bedrohungen. 

Diesen düsteren Zukunftsszenarien setzen Parents For Future gemeinsam mit Fridays for Future und vielen anderen gesellschaftlichen Akteur*innen mit ihrem Handeln die Vision einer globalen klima-sozialen Wende entgegen. Wir sind sicher, dass der dringend erforderliche Wandel nur durch die Partizipation breiter gesellschaftlicher Gruppen gelingen kann, und laden alle Menschen dazu ein, mit uns zusammen zukunftsweisende Lösungen aus der Klimakrise zu suchen und durchzusetzen. Und vor allem laden wir die Politik dazu ein, sich mit uns gemeinsam auf diesen Weg zu begeben; denn die bisherigen politisch beschlossenen Maßnahmen reichen bei Weitem nicht aus, das Leben unserer Kinder auf diesem Planeten nachhaltig zu sichern.

System change not Climate change!


Parents For Future
Pressemitteilung vom 10. November2019, 23:42 h

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.