Rhein-Sieg-Kreis-Feger

Medieninfo

Rhein-Sieg-Kreis-Feger

 

Sie greifen zum Besen, fegen öffentliche Wege, beseitigen sorgfältig Drogenkonsum-Utensilien, tragen so dazu bei, dass auch mehr Friede einkehrt. Bis zu zehn Schwerstabhängige nehmen teil am neuen Projekt „Rhein-Sieg-Kreis-Feger“, organisiert von der Suchthilfe der Diakonie An Sieg und Rhein, finanziert vom Rhein-Sieg-Kreis.

 

„Rhein-Sieg-Kreis-Feger“ ist ein Arbeitsprojekt. Die Klient*innen arbeiten montags bis freitags. Die Arbeitstage sind gerahmt von einem gemeinsamen Frühstück und einem gemeinsamen Mittagessen. In der dreistündigen Arbeitsphase übernehmen die Klient*innen Reinigungsarbeiten, erledigen kleinere Grünflächen- oder handwerkliche Tätigkeiten. Dies tun sie zunächst in Troisdorf, wo die Suchthilfe der Diakonie An Sieg und Rhein ihren Sitz hat; geplant ist die Ausweitung in den gesamten Kreis.

 

Die Orte, an denen die „Rhein-Sieg-Kreis-Feger“ unterwegs sind, werden mit der Stadt Troisdorf abgesprochen. So profitieren beide Seiten von dem Projekt: Das Erscheinungsbild der Innenstadt wird aufgewertet und die suchtkranken Menschen erhalten eine sinnvolle Aufgabe, die sie auch bewältigen können. Sie gibt ihnen eine neue Tagesstruktur. Die Klient*innen erhalten 1 Euro je geleistete Arbeitsstunde. Sozialarbeiter Philip Salgert leitet das Projekt. Er unterstützt auch bei individuellen Fragen, etwas zur Arbeitssuche, Wohnungssuche oder bei Anträgen auf Sozialleistungen.

 

Grundlage des Projekts ist der Beschluss des Ausschusses für Soziales, Gleichstellung und Integration des Rhein-Sieg-Kreises aus dem Jahre 2018, ein niedrigschwelliges Arbeitsmarktprojekt für Menschen aufzulegen, die wegen fehlender Erwerbsfähigkeit vom Jobcenter nicht erreicht werden.

 

Markenkern der Feger-Projekte, die es in den Städten Essen, Köln und Bonn bereits gibt, ist der Gedanke, Suchtkranken, die sich in der offenen Szene bewegen, ein niedrigschwelliges Angebot zur Tagesstrukturierung durch Arbeit zu machen.

 

Das Projekt litt in den Jahren 2020 und 2021 unter den Beschränkungen infolge der Corona-Pandemie. Während der Lockdown-Phasen war die Arbeit in der Gruppe nicht möglich. Aber der Kontakt wurde gehalten. Seit Januar 2022 sind die Rhein-Sieg-Kreis-Feger wieder im Einsatz.

 

Finanzierung
Für das Arbeitsmarktprojekt stehen Mittel in Höhe von bis zu 100.000 Euro jährlich für Personalkosten einer Sozialarbeiterstelle, Miete der Räumlichkeiten, Arbeitsausrüstung, Lebensmittel und eine kleine Aufwandsentschädigung für die Teilnehmenden zur Verfügung. Das Diakonische Werk An Sieg und Rhein ist Träger des Projektes, stellt die Mitarbeitenden ein, mietet die Räumlichkeiten und trägt auch ansonsten die Verantwortung für den reibungslosen Ablauf. Der Rhein-Sieg-Kreis finanziert das Projekt. Alles ist in einer Vereinbarung geregelt.


Evangelischer Kirchenkreis An Sieg und Rhein

Pressemitteilung vom 12. April 2022, 13:17 h

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