Preisträger steht fest

Preisträger steht fest:
Rheinischer Kunstpreis 2020 geht an Herbert Döring-Spengler

Rhein-Sieg-Kreis (rl) – Im Frühjahr hatte der Rhein-Sieg-Kreis zum zehnten Mal den Rheinischen Kunstpreis ausgeschrieben – nun steht fest: Herbert Döring-Spengler ist der neue Preisträger des Kunstpreises des Rhein-Sieg-Kreises. Nach einer halbtägigen Sitzung entschied sich die Jury unter Vorsitz von Dr. Gabriele Uelsberg, Direktorin des LVR-LandesMuseums Bonn, einvernehmlich für den Fotokünstler aus Lohmar


In der Begründung heißt es:

Der Rheinische Kunstpreis des Rhein-Sieg-Kreises geht an den Künstler Herbert Döring-Spengler, der in einem sehr konsequent verfolgten künstlerischen Weg die Existenz des Menschen mit experimentellen fotografischen und zeichnerischen Werkserien ausgeleuchtet und in überraschenden Bildern festgehalten hat.

In unserer visuellen, digital geprägten Kultur, die ja oft als eine Bild-Kultur beschrieben wird, lohnt es, sich mit den Fotografien von Herbert Döring-Spengler zu konfrontieren. Sie gebärden sich so expressiv wie fragil, meist irritierend, und das nicht nur aufgrund ihrer farbintensiven Ästhetik, sondern auch in Bezug auf ihre motivischen Setzungen.

Sein Schaffen ist von dem starken Drang geprägt, die Materialität der Fotografie zu erkunden und sie gleichsam zu überformen. Das zeigt sich schon früh am Korpus seiner Polaroid-Aufnahmen. Herbert Döring-Spengler wurde schon als „Foto-Bildhauer“ bezeichnet, denn seine Polaroidfoto-Überarbeitungen sind Original und Objekt in einem.

Die Motivwelt, die Herbert Döring-Spengler erfasst, ist über Jahrzehnte hinweg der Mensch und seine nicht immer einfache und mit Schmerz behaftete Existenz. Der Mensch ist überall präsent. Sei es in den „Sprechenden Händen“ der Taubstummen oder in den Künstlerbildern, die ebenso wie die Serie der Kölner Prominentenköpfe in der Spannung zwischen Portrait, Image und Klischee changieren, aber auch in den fragilen Selbstportraits, die mit Nachdruck bekunden, dass der Künstler in dieser Welt nie außen steht.

Konsequent und unermüdlich formuliert Döring-Spengler immer wieder aufs Neue sein humanistisches Menschenbild und überschreitet dabei bewusst die Grenzen der Fotografie. Seine Werke belegen, was man zum Werk dieses Fotokünstlers zusammenfassend sagen kann: Herbert Döring-Spengler hat den Raum der Fotografie für uns ein Stück weit geöffnet.

Die vielen Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie treffen besonders auch die freie Kunstszene hart. Die Jury betonte, dass gerade in einer solchen Zeit der Kunstpreis ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung von Kunst und Kultur und der Solidarität mit den Künstlerinnen und Künstlern ist.

417 Künstlerinnen und Künstler haben sich bis zum Ende der Bewerbungsfrist am 30. Juni 2020 um die Auszeichnung für hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der bildenden Kunst beworben. Der Rheinische Kunstpreis zählt zu den begehrtesten seiner Art für Künstlerinnen und Künstler im Rheinland und ist eine feste Größe in der hiesigen Kunstszene.

Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Die Preisträgerin beziehungsweise der Preisträger wird zudem mit einer Ausstellung im LVR-Landesmuseum samt Katalog gewürdigt. Die Preisübergabe wird im Vorfeld stattfinden. Beide Termine stehen noch nicht fest.

Teilnahmeberechtigt waren Künstlerinnen und Künstler, die im Gebiet des Landschaftsverbandes Rheinland oder in den südlich davon gelegenen Gebietskörperschaften Kreis Ahrweiler, Landkreis Neuwied, Kreis Altenkirchen (Ww.), Landkreis Mayen-Koblenz, Stadt Koblenz, Westerwaldkreis sowie Rhein-Lahn-Kreis und Rhein-Hunsrück-Kreis wohnen oder dort geboren sind. Ebenfalls mitmachen konnten Künstlerinnen und Künstler aus dem mit dem Rhein-Sieg-Kreis partnerschaftlich verbundenen Kreis Bołeslawiec (Bunzlau) in Polen.


Die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger:

2002 Sonia Knopp, Köln
2004 Gabriele Pütz, Bad Honnef
2006 Yun Lee, Düsseldorf
2008 Christoph Pöggeler, Düsseldorf
2010 Elger Esser, Düsseldorf
2012 Ulrike Rosenbach, Nettersheim-Roderath
2014 Zipora Rafaelov, Düsseldorf
2016 Masoud Sadedin, Troisdorf
2018 Andreas Bausch, Köln


Die Zusammensetzung der Jury:

Sebastian Schuster, Landrat des Rhein-Sieg-Kreises Gabriele Uelsberg, Direktorin des LVR-Landesmuseums Bonn Dr. Christoph Schaden, Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg Dr. Frank Günter Zehnder, Direktor des Rheinischen Landesmuseums Bonn des Landschaftsverbandes Rheinland a. D., Dorothea Eimert, Kunstwissenschaftlerin, Michael Solf, CDU-Fraktion im Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises Harald Eichner, SPD-Fraktion im Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises Johanna Bienentreu, Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen -Fraktion im Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises Dagmar Ziegner, FDP-Fraktion im Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises


Das Ausschreibungsgebiet im Einzelnen:
Um den Rheinischen Kunstpreis konnte sich bewerben, wer im Gebiet des Landschaftsverbandes Rheinland oder in den südlich davon gelegenen Gebietskörperschaften
Kreis Ahrweiler,
Kreis Neuwied,
Kreis Altenkirchen (Ww.),
Kreis Mayen-Koblenz,
Stadt Koblenz
Westerwaldkreis
Rhein-Lahn-Kreis
Rhein-Hunsrück-Kreis oder
in der europäischen Partnerregion des Rhein-Sieg-Kreises
Kreis Bolesławiec (Polen) geboren ist oder dort wohnt.


Pressestelle des Rhein-Sieg-Kreises

Pressemitteilung vom 07. September 2020, 11:35 h

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