Initiatoren des Bürgerbegehrens „Rettet das Aggerfreibad“ ziehen Zwischenbilanz

Initiatoren des Bürgerbegehrens „Rettet das Aggerfreibad“ ziehen Zwischenbilanz

Nach 3 Wochenenden mit Sammelaktionen im Troisdorfer Stadtgebiet ziehen die Initiatoren des Bürgerbegehrens zur Erhaltung des Schwimmerbeckens und des Tauchbeckens mit saniertem Sprungturm im Aggerfreibad eine positive Bilanz. 4000 Unterschriften in 5 Wochen zu sammeln ist das Ziel. Unterstützt von der DLRG, dem Sub Aqua Troisdorf Club, den Troisdorf Fun Divers, zahlreichen Privatleuten sowie Vertretern der SPD und der Linken, kann das Bürgerbegehren bereits jetzt rund 3.000 Unterschriften verzeichnen. Erst eine genaue Sichtung der vorhandenen Unterschriften wird die Zahl der tatsächlich gültigen Unterschriften ergeben.

„Wir erleben mit jeder Woche mehr Zuspruch und das erfreulicherweise auch von Familien mit kleinen Kindern, die eigentlich genau die Zielgruppe sind, an die sich das Aggua mit seinen Umbauplänen richtet“, erklärt Susanne Meinel, eine der Initiatoren Bürgerbegehrens. „Gleichzeitig wird es für uns schwieriger Unterschriften zu bekommen, weil wir bei unseren Sammelaktionen am Wochenende immer öfter auf Menschen treffen, die bereits unterschrieben haben. Darum sind wir sehr froh, dass sich immer mehr Troisdorfer Geschäftsleute gefunden haben, die unsere Bemühungen unterstützen, indem sie Unterschriftenlisten auslegen. So erreichen wir auch unter der Woche viele Menschen.“ Teilweise hat sich das Verteilen der Unterschriftenlisten auch verselbständigt. So haben engagierte Bürger von sich aus, Unterschriftenlisten in Praxen, Geschäften, Schulpflegschaften etc. verteilt oder sammeln in ihrem privaten Umfeld.

Mit jeder Woche erfährt die Initiative, die unter dem Oberbegriff „Rettet das Aggerfreibad“ agiert, aber auch mehr Gegenwind von Seiten der Troikomm, damit verbundenen Unternehmen und den politischen Parteien. So ist nun auch das Aggua an Samstagen mit Infostände in der Fußgängerzone und massiver Werbung für den Umbau mit Anzeigen und Einlegern im Rundblick vertreten. „Das Aggua hat für die Werbung massiv Geld in die Hand genommen,“ sagt Louise Knobloch, eine weitere Initiatorin, „da können wir als Privatleute, die auf Spenden angewiesen sind, natürlich nicht mithalten. Das ist bedauerlich, denn auch die neuen Publikationen des Agguas geben immer nur einen Teil der Fakten preis. Gibt man sich mit den Informationen zufrieden, kann man den Eindruck gewinnen, dass die geplante Umbaumaßnahme ein großer Gewinn für alle Nutzer des Freibads ist. Erst wenn man genau hinschaut, und sich ansieht, welche Informationen fehlen, könnte der kritische Leser erkennen, dass hier bewusst geschönt wird.“

Die FDP-Fraktion hat in einer Pressemitteilung der Bürgerinitiative gezielte Desinformation vorgeworfen. Zudem würde der Erhalt der Becken höhere Eintrittspreise für die Besucher bedeuten. Diesen Vorwurf finden die Initiatoren geradezu absurd – zumal sie ausdrücklich dazu auffordern, die Infostände des Agguas zu besuchen und dort kritisch nachzufragen.

Stefan Eich, der dritte Initiator des Bürgerbegehrens, weist diese Vorwürfe von sich. „Zum einen sind wir sehr für eine transparente Informationspolitik von Seiten des Stadtrats, der Betreiber und selbstverständlich auch von uns. Gerade die Vorgehensweise des Rats, nämlich die Entscheidung über das ehemals kommunale Aggerfreibad ohne öffentliche Bürgerbeteiligung endgültig in die nichtöffentlichen Gremien der Betreibergesellschaften zu verschieben, ist ein Grund dafür, dass wir dieses Bürgerbegehren initiiert haben. Hier soll den Bürgerinnen und Bürgern ein „X“ für ein „U“ vorgemacht werden. Es gibt praktisch kein Argument auf der Gegenseite, dass wir nicht mit einem Handstreich entkräften können.“

Die Frage sei einfach, so Eich weiter, ob die familienfreundliche Stadt Troisdorf sich, als größte Stadt im Rhein-Sieg-Kreis mit einer soliden Finanzsituation, ein Freibad für alle leisten wolle. Das Aggua sei auch jetzt keinesfalls eine Goldgrube, wie der Betreiber der Troisdorfer Bevölkerung glauben machen möchte, die Steuerzahler subventionieren jetzt bereits den Schwimm- Spaß- und Saunabereich des Agguas – obwohl dieses an seine Kapazitätsgrenze gelangt ist, wie die Geschäftsführung der Stadtwerke im vergangenen Jahr im vergangenen Jahr dem Rat erläutert hat.

Tatsächlich so die Argumentation der Bürgerinitiative, sollen die jetzt vorhandenen 2.400 qm Wasserfläche im Außenbereich durch ein neues Becken mit 500 qm Wasserfläche ersetzt werden. Da sei es völlig unerheblich, wenn das Aggua argumentiert, dass das neue Becken rund 60 % größer ist als das Innenbecken. Das das neue Becken nur eine Wassertiefe von 1,35 m haben wird, wird aus gutem Grund, wenn überhaupt, nur am Rande erwähnt. Dann würden nämlich alle sportlichen und gesundheitsbewussten Besucher, die im Freibad tatsächlich schwimmen möchten, aufhorchen. Die Bedürfnisse der DLRG und des Tauchclubs werden weiterhin völlig ignoriert. Die Idee des Agguas, dass Schüler, die ein Schwimmabzeichen ablegen möchten, sich die nötigen Sprünge vom 3 m Turm in einem anderen Freibad bescheinigen lassen, zeige die Misere. Die Umbaumaßnahmen richten sich ausschließlich an Familien mit Kindern im Alter von 3 – 12 Jahren. Da muss man sich doch fragen, wo fängt die Familienfreundlichkeit an und wo hört sie auf? Dem Rat der Stadt wurde von der Stadtwerke Geschäftsführung erklärt, dass „…im Rahmen der interkulturellen Zusammenarbeit das Augenmerk verstärkt auf die Bereiche Sauna, Kinder und Familien gelegt“ würde. Tatsächlich haben wir in der Nachbarkommune Siegburg nachgefragt und die Antwort erhalten, dass ihnen keine Absprachen zu einer interkommunalen Zusammenarbeit bekannt seien.

Die Besucherzahlen des Agguas lagen im Vergleich zu den Freibädern der umliegenden Kommunen unter dem Durchschnitt. Der Renovierungsstau und die damit verbundenen Schließungen sind hausgemacht, da kann man sinkende Besucherzahlen nicht als Argument anführen. Weiterhin werden die zukünftigen Eintrittspreise nicht klar kommuniziert. Der Eintrittspreis für das neue Becken und die Liegewiesen sollen sich zwar auf dem Niveau der Vorjahre bewegen, für die Nutzung der geplanten Kinderattraktionen aber, aller Voraussicht nach, ein Aufpreis verlangt werden. Tatsächlich hat es derzeit den Anschein, als ob die geplanten Kinderattraktionen an andere Betreiber outgesourct werden sollen, was mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Mehrkosten führen wird.

Um allen Missverständnissen entgegen zu wirken, betonen die Initiatoren des Bürgerbegehrens, dass es Ihnen in keiner Weise darum geht, Kinderattraktionen oder ein neues Nichtschwimmerbecken zu verhindern. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens sind überzeugt, dass der Rat der Stadt Troisdorf seine Entscheidung die Zukunft des Agguas in die Hände der Troikomm zu legen, auf der Grundlage von fehlenden oder falschen Informationen getroffen hat. Das Bürgerbegehren richtet seine Bemühungen darauf aus, dass das Troisdorfer Freibad auch in Zukunft eine attraktive Freizeitstätte für alle Troisdorfer Bürgerinnen und Bürger ist. Dafür haben jetzt Tausende mit Ihrer Unterschrift eindrucksvoll ihr Interesse an einer erneuten, ergebnisoffenen Diskussion der Thematik dokumentiert. Der Rat hat jetzt die Gelegenheit, die ursprünglich getroffene Entscheidung in eine neue Richtung zu lenken. Der Königsweg wäre, wenn das Schwimmerbecken und das Sprungbecken mit saniertem Sprungturm bleiben und nach Alternativen für mehr Kinderattraktionen gesucht wird. Nachdem vor Jahren eine sehr attraktive Saunalandschaft als Pfahlbau errichtet wurde, sollte sich auch für attraktive Wasserspielflächen eine Lösung finden lassen, die den Bestimmungen des Hochwasserschutz entspricht.


Über die Initiative „Rettet das Aggerfreibad“
Die Initiative „Rettet das Aggerfreibad“ hat bei der Stadt Troisdorf ein Bürgerbegehren angemeldet mit dem Ziel, bei dem von der städtischen Betreibergesellschaft geplanten Umbau des Freibads das 50 m Schwimmerbecken und das Sprungbecken mit saniertem Sprungturm zu erhalten. Initiatoren des Bürgerbegehrens sind Louise Knobloch, Susanne Meinel und Stefan Eich. Für ein erfolgreiches Bürgerbegehren müssen 6 % der kommunalwahlberechtigten Troisdorfer das Anliegen mit ihrer Unterschrift unterstützen.

 

Weitere Informationen:

Mail: buergerbegehren@aggerfreibad-retten.de

Web: www.aggerfreibad-retten.de

FB: Bürgerbegehren Freibad Troisdorf

 

Bürgerbegehren Freibad Troisdorf
Pressemitteilung vom 26. März 2019, 11:46 h

Ein Kommentar

  1. Auch wir von den Naturfreunden Troisdorf unterstützen den Erhalt des Freibades. Auch wir hatten vor über zwei Jahren fast 5.000 Unterschriften für den Erhalt des Spicher Waldes und gegen den umweltschädlichen Bau eines Kletterparks aufvden Spicher Höhen gesammelt. Das hat die bestimmenden Ratsfraktionen CDU/sog. GRÜNE/Regenbogen-Piraten inkl. FDP nicht im Geringsten interessiert. Die Unterschriften sind in der “Ablage P“ verschwunden und den Bürgermeister interessiert dies auch nicht weiter. So kann sich die Initiative des Freibades schon einmal wappnen, was von Jablonski, Biber und Moews diesbezüglich zu erwarten ist, nämlich Nichts, Ignoranz und wie immer “alternative Fakten“ a la Trump, um die Initiative abzubügeln.

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