Hanno Rheineck in Ost-Afrika

Hanno Rheineck in Ost-Afrika

Drei ostafrikanische Länder( Seychellen, Komoren, Ruanda) standen jüngst auf dem Reiseprogramm des Troisdorfers Hanno Rheineck. Der Läufer vom 1.FC Spich hatte die 29 Tage-Reise ein halbes Jahr lang wieder allein geplant und organisiert. Zunächst ging es auf die Seychellen. Dort fand ein internationaler Straßenlauf statt.

Kurz vor dem Zieleinlauf nach 5 km auf den Seychellen (Fotos: privat)

Start und Ziel war das 5-Sterne-Hotel “ Ephelia“ in Port Glaud. “ Dort habe ich aber nicht gewohnt“, erzählt der Rhein-Sieg-Sportler, der ein Berliner Paar kennenlernte. Sie hatten dort geheiratet und 850.- Euro pro Nacht bezahlt! Rheineck, der zuvor 5 km in Bonn  in genau 32 Minuten  gelaufen war, brauchte diesmal 40:28 Min. “ Das war nicht gut“, meinte der Troisdorfer, “ aber man muss die erschwerten Bedingungen berücksichtigen.“. So war die Strecke profiliert, es herrschten 30 Grad und insbesondere 78% Luftfeuchtigkeit! Trotzdem kam der Spicher in der Klasse M 50 plus auf den 3. Rang ( und war mit 76 der Älteste !) Patsy Athenase führte ein langes Interview ( in Englisch) mit ihm, das mit 2 Fotos auf der Seite www.seychellesnewsagency.com unter der Überschrift “ German runner makes Seychelles his 124th country he has competed in“ erschien. Er erhielt sogar einen kleinen Geldpreis und einen Bericht im Fernsehen. Leider ging die Zeit zu schnell vorbei, aber das nächste Ziel lockte schon: die nahezu unbekannten Komoren, ein weiterer Inselstaat im Indischen Ozean mit nur 4000 Touristen im Jahr. Bei seinem Vorjahrsstart auf Madagaskar hatte der Troisdorfer Athleten dieses Landes kennengelernt.

Vor dem 3000 m Lauf auf den Komoren mit den Organisatoren des Laufes

Der Archipel der Komoren ( auch Parfum- oder Mondinseln genannt) besteht aus 3 Hauptinseln mit 900 000 Einwohnern: ein islamisches und sehr armes Land. An einem Abend wurde Rheineck vom Präsidenten des Leichtathletikverbandes Hilmy Aboud Said zu einem Essen mit 14 Personen eingeladen- und alles ohne Besteck! “ Das war kein Fingerfood“, erzählt der Troisdorfer lachend, “ das war Essen aus Töpfen!“ Nach ausgiebigen Rundfahrten auf der größten Insel Grande Comore nahm der Weltenbummler an einem 3000 m Lauf in der Hauptstadt Moroni teil. “ 21:29 Min. sind keine gute Zeit“, weiß der Sportler selbstkritisch, aber immerhin konnte der frühere Sprinter ( 100 m Bestzeit 10,5 Sek.) noch einige jüngere Läufer im Finish hinter sich lassen.“ Wir liefen im strömenden Regen und die alte Aschenbahn hatte so riesige Pfützen, dass wir mehr im Wasser als auf der Bahn liefen. Ich war nass bis auf die Haut, aber es machte soviel Spaß, mit den jungen Leuten zu laufen“. Rheineck erhielt ein schönes Geschenk und gab dem staatlichen TV-Sender ORTC, der Ausschnitte des Laufes zeigte, ein Interview, diesmal auf Französisch.

Mit Startnummer 14 969 vor dem 10 km Lauf in Kigali/Ruanda

Nach 2 Wochen auf den Komoren ging es zur Zwischenlandung nach Kenia.“ Ich wartete im Flugzeug auf die Abreise nach Ruanda“, erinnert sich Rheineck,“ als der Kapitän durchgab:“ Bis zum Abflug wird unsere Crew nun einige traditionelle Tänze aufführen“. Alle lachten! Der Binnenstaat war das letzte Reiseziel. In der Hauptstadt Kigali ( 2,3 Mio. Einwohner, 1600 m hoch gelegen) fand der traditionelle “ Kigali Peace Marathon“ mit insgesamt 4000 Läufern aus 55 Nationen statt. Start und Ziel war das Amahoro- Nationalstadion, aus dem das Fernsehen übertrug. Rheineck beteiligte sich trotz erheblicher Magenverstimmung am 10 km Lauf.“ Ruanda heißt auch “ Land der 1000 Hügel“, und ich hatte das Gefühl, die waren auch alle auf der anspruchsvollen Strecke vorhanden“, erzählt der Seniorensportler.“ Ich wunderte mich über so viel Militär und Polizei, aber der Grund war schnell klar: die First Lady von Ruanda, Jeannette Kagame, Gattin des Staatspräsidenten Paul Kagame, war mit in unserem “ Run for Peace“ und wurde natürlich von vielen Bodyguards begleitet“. Nach dem Besuch des Kigali Genocide Memorial ( 25 Jahre nach dem Völkermord) trat der Troisdorfer die Heimreise an.

Hanno Rheineck ( früher mehrfacher Seniorenweltmeister) hat nun 138 Länder der Erde besucht, davon 126 in Verbindung mit einem Wettkampf. In Afrika ist er jetzt in 23 Ländern gestartet. “ Ich reise “ laufend“ durch die Welt, aber Laufen ist ja viel mehr, als sich mit anderen zu messen“, resümiert der 76jährige.  „U.a. bietet es die wunderbare Möglichkeit, Länder und Menschen der ganzen Welt kennenzulernen“.       www.laenderlaeufer.de


Hanno Rheineck
Pressemitteilung vom 18. Juni 2019, 11:56 h

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