Gemeinsame Aktion zum „Equal Pay Day“

Gemeinsame Aktion zum „Equal Pay Day“:
Leere Tasche als Symbol für unfaires Einkommen

„Frauen dürfen keine finanziellen Nachteile haben, weil sie mehr unbezahlte Sorgearbeit in Familien leisten als Männer“. Mit diesem Statement traten die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Troisdorf und die Mitarbeiterinnen des Frauenzentrums Troisdorf zum diesjährigen „Equal Pay Day“ an die Öffentlichkeit.

Um auf diese Ungleichheit hinzuweisen, trafen sie sich vor dem Frauenzentrum am Kölner Platz. Als Symbol für die Forderung nach fairem Einkommen hatten sie eine überdimensionale leere rote Tasche dabei. Durch Corona sei der Anteil der unentgeltlichen Sorgearbeit, den Frauen in der Familie leisten, sogar noch gestiegen, so die Gleichstellungsbeauftragten Petra Römer-Westarp und Karin Lapke-Fernholz.

Setzen sich für Anerkennung der Sorgearbeit ein: v.l. die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Troisdorf, Petra Römer-Westarp und Karin Lapke-Fernholz, gemeinsam mit Ilka Labonté und Ulla Hoefeler vom Frauenzentrum Troisdorf.

Der „Equal Pay Day“ am 10. März mache bewusst, dass Frauen im Durchschnitt immer noch weniger Lohn und Einkommen haben als Männer (19 Prozent weniger, BPW Germany, 2/2021). Immer mehr rücke im Zusammenhang damit auch das Thema „Equal Care“ (faire Verteilung und Entlohnung der Sorgearbeit in der Familie) in den Fokus.

Denn Sorgearbeit für die Familie werde zum weitaus größeren Teil von Frauen erledigt (Mütter wendeten 2017 täglich 2,5 Stunden mehr Zeit für Care-Arbeit auf als Väter, Klünder 2017).

Unter anderem weil sie oft in Teilzeit arbeiten würden, um in der übrigen Zeit Familienpflichten zu erledigen, sei das Einkommen von Frauen geringer (Rund 50 % der Frauen über 30 arbeiten aktuell in Teilzeit. Bei den Männern sind es 8 %.)

Nicht zuletzt wegen dieser Zusammenhänge gerieten Frauen in wirtschaftliche Abhängigkeit zu ihren Partnern. Als wegen Corona zusätzliche Care-Aufgaben wie Kinderbetreuung und Homeschooling anstanden, waren es wieder zum größeren Teil die Frauen, die diese Aufgaben in der Familie übernahmen und dafür Arbeitszeit reduzierten. Dies hatte eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung im November 2020 ergeben. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Corona-Krise die Einkommensunterschiede noch verstärkt.

„Als Beraterin im Frauenzentrum Troisdorf erlebe ich tagtäglich, dass ihre schlechte Einkommenssituation für Frauen eine große Hürde darstellt, wenn es darum geht, sich von einem Partner zu trennen“, sagte Ulla Hoefeler vom Frauenzentrum Troisdorf. Frauen berichteten ihr über eine Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation durch Corona, weil Minijobs in der Gastronomie oder im Dienstleistungsbereich weggefallen seien.

Ihre Kollegin Ilka Labonté wies darauf hin, dass sich die wirtschaftlich prekäre Lage von Frauen auch bei vielen Alleinerziehenden zeige, die zum Beispiel ergänzende Sozialleistungen beantragen müssten. Auch in späteren Jahren wirke sich die Ungleichheit beim Einkommen aus, denn Frauen erhielten durchschnittlich 50 % weniger Rente als Männer.

Sozialberatung, Beratung zu rechtlichen Fragen bei Trennung und Scheidung und Beratung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt bekommen Frauen im Frauenzentrum Troisdorf, Tel. 02241/72250. Infos zum umfassenden Angebot des Frauenzentrums finden Frauen auf www.frauenzentrum-troisdorf.de.

Peter Sonnet 


Stadt Troisdorf
Pressemitteilung Nr. 103/2021 vom 09. März 2021, 14:53 h

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