Flutkatastrophe vor einem Jahr

Flutkatastrophe vor einem Jahr
Erinnern, trauern, Gottesdienst feiern

 

Vor einem Jahr, in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021, verloren beim katastrophalen Hochwasser in Westdeutschland Menschen ihr Leben, ihre Unversehrtheit, ihr Zuhause, ihre innere Balance. Auch im Evangelischen Kirchenkreis An Sieg und Rhein nehmen wir teil am Gedenken. Viele haben ja auch nach dem Hochwasser in den betroffenen Gebieten geholfen, sind hinübergefahren, haben unterstützt beim Aufräumen und Verarbeiten. Menschen machten sich privat einfach auf den Weg. Der hiesige Pfarrer für Notfallseelsorge, zuständig für den Rhein-Sieg-Kreis, war mit Teams im Dauereinsatz. Hinzu kam die überwältigend hohe Spendenbereitschaft – deutschland-, ja sogar weltweit.

Mehr als 180 Menschen sind durch die Flutkatastrophe gestorben. Für ihre Hinterbliebenen ist der 14./15. Juli kein Jahrestag oder Gedenktag, sondern der Todestag ihrer Liebsten, wie Superintendentin Almut van Niekerk erinnert. Für alle Betroffenen bleibt die Flutnacht absolut einschneidend. Die materiellen Schäden, die insgesamt aufaddiert in Milliardenhöhe liegen, aber auch der Kampf um Versicherungsfragen und Handwerkerleistungen liegen den Menschen auf der Seele. Die Seelsorgerin ermutigt betroffene Familien, den Tag wirklich so zu verbringen, wie es ihnen selbst guttut. „Ich hoffe, dass es für den individuellen Umgang mit diesem besonderen Tag im privaten und beruflichen Umfeld Respekt gibt.

Zu dem Tag kann auch die Teilnahme an einem Gedenkgottesdienst gehören. Gedenken an Verletzungen und Verluste, Erinnerungen und bis heute andauernde Belastungen finden in verschiedenen Gottesdiensten und Gedenkfeiern Raum. Gefeiert wird in der Region, teils präsent, teils wird auch in Radio und Fernsehen übertragen. 

Die Diakonie Katastrophenhilfe RWL und die Evangelische Kirche im Rheinland sind mit 45 Mitarbeitenden, organisiert in zehn mobilen Fluthilfeteams in den Hochwassergebieten unterwegs. Dieses Engagement wird um mindestens ein Jahr verlängert, versichert die Diakonie.


Evangelischer Kirchenkreis An Sieg und Rhein

Pressemitteilung Nr. 74 vom 11. Juli 2022, 12:32 h

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