Duncker’schen Muskelegels

Erster Fund des „Duncker’schen Muskelegels“ bei einem Wildschwein im Kreisgebiet

Rhein-Sieg-Kreis (db) – Im Rhein-Sieg-Kreis gab es jetzt den ersten Fund des „Duncker’schen Muskelegels“. Der Parasit wurde als Zufallsbefund bei der routinemäßigen Untersuchung von Wildschweinproben auf Trichinen im Labor des Kreises nachgewiesen.

Das Kreisveterinäramt hat sofort alle beteiligten Jäger über den Befall informiert und die bis zu diesem Zeitpunkt unverarbeiteten Wildkörper beschlagnahmt. Alle Einzelproben wurden dann zur individuellen Untersuchung in das Chemischen Veterinär- und Untersuchungsamt nach Krefeld geschickt. Dort bestätigte sich der Befund.

„Der Wildkörper dieses Tieres wurde daraufhin als für den Verzehr untauglich erklärt und entsorgt“, sagt der Leiter des Kreisveterinäramtes, Dr. Johannes Westarp. „Die anderen, negativ getesteten Tiere wurden hingegen freigegeben.“

Beim „Duncker`schen Muskelegel“ handelt es sich um einen Parasiten. Bisherige Funde sind vor allem in den östlichen Bundesländern dokumentiert.
Als Endwirt dienen ihm in der freien Natur beispielsweise Füchse und Marderhunde aber auch Waschbären.  Wildschweine hingegen stellen einen Fehlwirt dar, in dem sich der Parasit im essbaren Gewebe wiederfinden kann.

Potenziell können sich daher auch Menschen über die Aufnahme von nicht ausreichend durcherhitztem Fleisch oder durchgereifter Rohwurst von Wildschweinen infizieren. Der Verzehr von rohem oder nicht ausreichend erhitztem Fleisch kann beim Menschen schwere Erkrankungen verursachen. „Das Bundesinstitut für Risikobewertung schätzt das Risiko für eine Übertragung auf den Menschen als gering ein“, sagt Dr. Johannes Westarp. „Dennoch sollte Wildbret vom Schwarzwild vorsichtshalber stets mindestens 2 Minuten lang bei 72°C Kerntemperatur erhitzt werden, um Erreger zuverlässig abzutöten.“


Rhein-Sieg-Kreis
Pressemitteilung Nr. 320 vom 27. September 2023, 10:04 h

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