DBU Naturerbe pflanzt klimarobuste Traubeneiche

DBU Naturerbe pflanzt klimarobuste Traubeneiche
Neues Leben für historische Stätte direkt an der 1000-jährigen Eiche

Troisdorf-Altenrath. Vergangenheit und Zukunft stehen auf der DBU-Naturerbefläche Wahner Heide nah beieinander: Direkt an der umgestürzten 1000-jährigen Eiche wird nun ein zurzeit etwa drei Meter hoher, junger Baum die Geschichte rund um das Altenrather Wahrzeichen weiterschreiben. „Wir haben uns für eine kräftige Traubeneiche entschieden, die etwas besser als eine Stieleiche mit Trockenheit und höheren Temperaturen umgehen kann. Schließlich soll der Baum noch viele Jahrhunderte wachsen, auch wenn sich das Klima verändert“, erklärte Michael Diekamp vom gemeinnützigen Tochterunternehmen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), dem DBU Naturerbe. Gemeinsam mit Achim Urmes und Klaus Oehlmann vom Bundesforstbetrieb Rhein-Weser, Vertretern des Ortsrings Altenrath sowie dem Ortsvorsteher Achim Tüttenberg pflanzte er am Samstag den Baum ein. „Normalerweise müsste die junge Eiche hier sehr gute Chancen haben, alt zu werden. Wir wünschen ihr, dass sie widrigen Zeiten, Stürmen und Gewittern trotzt“, meinte Urmes.

Kultur trifft auf Natur – Vereinsvertreter wollen Standort erhalten
Für die Altenrather Vereinsvertreter war das Treffen mit gemischten Gefühlen verbunden. „Wir sind sicherlich etwas traurig, dass unser altes Wahrzeichen das Zeitliche gesegnet hat. Aber wir hauchen dieser historischen Stätte heute neues Leben ein“, erklärte Tüttenberg. Theoretisch hätten sich die Altenrather auch einfach eine andere alte Eiche auf der DBU-Naturerbefläche aussuchen können. „Aber diese Stelle ist seit vielen Jahrzehnten Anlaufstelle für Wanderer. Hier trifft Kultur auf Natur. Das soll auch in Zukunft so bleiben“, so der Ortsvorsteher. Da der abgeknickte Stamm als Totholz noch einige Jahre Lebensraum für spezialisierte Tier-, Pflanzen- und Pilzarten darstelle, kämen jetzt „Alt und Jung“ zusammen. „Das ist doch ganz nett“, so Tüttenberg. Über die 1000-jährige Eiche in Altenrath lassen sich viele Geschichten erzählen. Etwa, dass in ihrer Betonplombe aus den 30er Jahren ein Gleis der ehemaligen Schmalspurbahn ragt. „Die Gleise verliefen über den Truppenübungsplatz hier in der Wahner Heide. Mit der Schmalspurbahn wurden beispielsweise die Zielscheiben für die Schießübungen raus gefahren“, wusste Urmes. Und dass die Eiche nicht nur das Altenrather Ortswappen prägt, sondern 2014 auch den Sessionsorden der Karnevalsgesellschaft Altenrather Sandhasen, das rief Urmes am Samstag noch einmal in Erinnerung: Er hatte den Orden damals verliehen bekommen und ihn anlässlich der Neupflanzung mitgebracht.

Bäume stehen symbolisch für Ziele der DBU-Tochter
Wie wertvoll die heimische Natur für die Bürger ist und wie wichtig ihr Schutz – das zeigt auch das Engagement um den Standort der beiden Eichen. In den vergangenen Jahren hielt eine Absperrung Passanten etwas auf Abstand, damit sie etwa vor herunterfallenden Ästen geschützt waren. Wegen der Verkehrssicherungspflicht hatten die Beteiligten um die Stadt Troisdorf, den Bundesforstbetrieb und das DBU Naturerbe den Wanderweg entlang der alten Eichen in sichere Entfernung umgelenkt und durch ein Holzgeländer markiert. „Das Engagement um diesen Standort steht symbolisch auch für unsere Ziele als Eigentümer“, erläutert Diekamp: Die DBU-Tochter wolle auf ihren Flächen unter anderem Menschen für die Natur begeistern, aber auch strukturreiche, naturnahe Wälder sich selbst überlassen.

Vielfältige Lebensräume bewahren, entwickeln und erleben
Die Stiftungstochter ist im Rahmen des Nationalen Naturerbes verantwortlich für bundesweit 71 Flächen mit rund 70.000 Hektar in zehn Bundesländern. Auf den größtenteils ehemaligen Militärflächen sollen offene Lebensräume mit seltenen Tier- und Pflanzenarten durch Pflege bewahrt, Wälder möglichst ohne menschlichen Eingriff ihrer natürlichen Entwicklung überlassen, artenarme Forste zu naturnahen Wäldern umgewandelt und Feuchtgebiete sowie Gewässer ökologisch aufgewertet oder erhalten werden.


Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Pressemitteilung vom 23. März 2019, 13:12 h

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