Corona: Schuldenerlass arme Länder

Corona: Durch Schuldenerlass arme Länder vor humanitärer Katastrophe bewahren

Siegburg, 15. Mai 2020. Die meisten wohlhabenden Länder des Nordens wie Deutschland haben sich auf die Corona-Pandemie schnell eingestellt und sehr viel dafür getan, um die Bevölkerung und vor allem die sog. Risikogruppen vor dem Virus zu schützen. Gleichzeitig wurden intensiv, kreativ und zeitnah Gelder zur Verfügung gestellt, um wirtschaftliche Verluste abzumildern und Arbeitsplätze zu sichern. Dagegen droht in vielen Ländern des Südens eine humanitäre Katastrophe. Dagegen braucht es einen Schuldenerlass für arme Länder.

Ihre Schuldendienstzahlungen an ausländische Gläubiger müssen erlassen werden. Das fordern Organisationen aus aller Welt, darunter „Brot für die Welt“ und das Bündnis „erlassjahr.de“. Das Bündnis erlassjahr.de wird von mehr als 600 Organisationen aus Kirche, Politik und Zivilgesellschaft getragen, unter anderem auch von der Evangelischen Kirche im Rheinland, Kirchengemeinden und Kirchenkreisen. Es gelte, Leben zu retten, betont erlassjahr.de.

In der Petition von erlassjahr.de heißt es, dass das von den Finanzministern der G20-Staaten beschlossene Moratorium für den Schuldendienst 2020 von 77 „armen Ländern“ und die Beschlüsse des Internationalen Währungsfonds, für eine Dauer von sechs Monaten auf Schuldendienstzahlungen von 25 der ärmsten Länder zu verzichten, Schritte in die richtige Richtung sind. Aber sie seien bei weitem nicht ausreichend. Kritisiert wird die willkürliche Begrenzung auf eine nur geringe Zahl von Ländern und die Konstruktion eines Moratoriums bzw. der Stundung statt eines wirklichen Verzichtes auf Zahlung.

Solidarisches Handeln darf sich auf keinen Fall nur auf die eigene Bevölkerung    oder auf die Länder des Nordens beziehen, sagt Helmut Müller, Pfarrer im Gemeindedienst für Mission und Ökumene (GMÖ) Köln Bonn. Der Theologe mahnt: „Solidarisches Handeln von Christinnen und Christen braucht die weltweite Perspektive. Gerechte Lebensbedingungen in der Einen Welt brauchen strukturelle Veränderungen.“ Schon ohne Pandemie ist die Lage in manchen Ländern bereits dramatisch. „Die Situation spitzt sich jetzt durch Corona zu“, sagt Pfarrer Müller. Wegen der globalen Wirtschaftskrise ziehen Investoren Kapital ab. Die Rohölpreise sinken. Der Export bricht ein. „Ein Teufelskreis, der durch die Zinszahlungen aus dem armen Süden nach Norden noch beschleunigt wird.“ 

Web:
www.erlassjahr.de
https://gmoe.ekir.de/regionen/koeln-bonn/


Evangelischer Kirchenkreis An Sieg und Rhein

Pressemitteilung Nr. 60 vom 15. Mai 2020, 09:47 h

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